Qualcomm prognostiziert für 2020 hohe Gewinne wegen 5G-Geschäft

Rosige Aussichten für Qualcomm: Für das laufende Geschäftsjahr hebt das Unternehmen seine Prognose an, obwohl Huawei als Kunde weggefallen ist.

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Qualcomm
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Der Chipkonzern Qualcomm hat für das kommende Jahr einen ersten großen Schub für das Geschäft mit dem 5G-Datenfunk vorhergesagt. Das US-Unternehmen plant, in seinem noch bis Ende September 2020 laufenden Geschäftsjahrs zwischen 175 Millionen und 225 Millionen 5G-Chips abzusetzen – trotz Verlustes von Huawei als Kunden. Gleichzeitig gab Qualcomm eine Gewinnprognose für das laufende Quartal ab. Demnach rechnet das Unternehmen mit einem Gewinn pro Anteilsschein von etwa 1,20 Euro. Analysten hatten mit 0,83 Euro mit deutlich weniger gerechnet.

Im abgelaufenen Quartal lief es für Qualcomm umsatzmäßig nicht ganz so gut. Der Umsatz des Chipherstellers ging im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 4,8 Milliarden US-Dollar zurück. Analysten hatten aber auch hier mit weniger gerechnet. Unterm Strich blieb dem Unternehmen trotzdem ein Gewinn von 500 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte Qualcomm noch einen Verlust in Höhe von 500 Millionen Dollar eingefahren.

Im Gesamtjahr konnte Qualcomm seinen Umsatz um 7 Prozent auf 24,3 Milliarden Dollar steigern. Der operative Gewinn erreichte eine Marke von 7,7 Milliarden Dollar, im Vorjahr waren es lediglich 600 Millionen Dollar gewesen. Angesichts der guten Geschäftszahlen und Aussichten zog die Aktie im nachbörslichen US-Handel am Mittwoch um zeitweise mehr als 6 Prozent an.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2020 rechnet Qualcomm mit einem Umsatz zwischen 4,4 und 5,2 Milliarden Dollar. Der chinesische Telekommunikationsanbieter Huawei sei dabei nicht mehr als Kunde berücksichtigt. Qualcomm liefert aufgrund des US-Banns gegen Huawei keine Chips mehr an das Unternehmen und hat offensichtlich auch keine Sonderlizenz beantragt oder erhalten.

Nach Angaben von Steve Mollenkopf, CEO von Qualcomm sei das Unternehmen zum Abschluss des Fiskaljahres strategisch gut aufgestellt. Er erwarte, dass Qualcomm von der stärkeren 5G-Einführung im kommenden Jahr deutlich profitieren werde. Bis Ende 2020 sollen dann mindestens 175 Millionen 5G-Chips ausgeliefert werden. Für eine höhere Nachfrage könnte auch die Einführung des ersten 5G-fähigen iPhones 2020 sorgen. Nachdem Apple und Qualcomm ihre Patentstreitigkeiten beigelegt haben, rechnet Qualcomm dann mit mehr Geld aus Patentlizenzen. Apple plant, seine iPhones erst ab 2022 mit eigenen 5G-Chips auszustatten.

Zwar hofft Mollenkopf weiterhin auf gute Geschäfte in China, da dort in diesem Jahr rund 130.000 5G-Basisstationen aufgebaut werden sollen. Allerdings dämpfen die Handelsbeschränkungen ein wenig die Aussichten. Besonders der Wegbruch des Geschäfts mit Huawei reiße eine Lücke. Huawei bezieht seine Chips nun von seiner 100-prozentigen Tochterfirma HiSilicon. Gleichzeitig würde Huawei in China mehr Marktanteile gewinnen, sodass die Nachfrage insgesamt geringer ausfallen dürfte. (olb)