Toyota setzt auf verschiedene Akku-Technologien fĂĽr Hybridfahrzeuge
Die Japaner werden den nächsten Prius wieder mit NiMH-Akkus ausstatten, eine Plug-In-Variante hingegen mit Li-Ion-Technik. Zugleich forscht Toyota am "Akku der Zukunft"
- ssu
Köln, 5. August 2008 – Der japanische Automobilriese Toyota setzt auf verschiedene Akku-Technologien für die kommenden Varianten seiner Hybridfahrzeuge und forscht zugleich an neuen Akkus, die den heute in der Serienproduktion verfügbaren an Leistungsfähigkeit deutlich überlegen sein sollen.
Nickel-Metallhydrid als preiswerter Standard-Akku
Die im Hybrid-Klassiker Prius verbauten Nickel-Metallhydrid- (NiMH)-Akkus haben sich Toyota zufolge seit inzwischen elf Jahren in der Serienproduktion bewährt. Daher werden die Japaner auch die dritte Generation des Prius, die 2009 auf den Markt kommt, mit NiMH-Akkus ausrüsten. Ein Toyota-Sprecher hob im Gespräch mit heise Autos die Kostenvorteile dieser "Standardstromquelle" hervor, die man zudem kontinuierlich optimiert habe. So liegt die Leistungsdichte des im noch aktuellen Prius II verbauten NimH-Akkus Toyota zufolge rund 50 Prozent über der des Ur-Prius. Zur Ausweitung der Akku-Produktion baut Toyota gemeinsam mit seinem Joint-Venture-Partner Panasonic EV Energy derzeit ein neues Werk.
Toyota setzt auf verschiedene Akku-Technologien fĂĽr Hybridfahrzeuge (10 Bilder)

Der aktuelle Toyota Prius erhält im Jahr 2009 einen Nachfolger.
Die bisherigen Serienversionen des Prius sind so genannte leistungsverzweigte Hybride, bei denen ein Planetengetriebe die Leistung des Verbrennungsmotors – abhängig von der Fahrsituation – auf Antrieb und Generator verteilt. Dabei wird beim Bremsen zurückgewonne Bewegungsenergie in Strom verwandelt und im Akku gespeichert (Rekuperation). Beim starken Beschleunigen wird der Verbrennungsmotor von der E-Maschine unterstützt, die dann Strom aus dem Akku zieht. Die Verbrauchsvorteile dieses Hybrid-Konzepts gegenüber einem Auto mit Verbrennungsmotor hängen somit erheblich von der Fahrweise ab. Der Prius-Fahrer betankt sein Auto ausschließlich mit Benzin, ein Nachladen des Akkus an der Steckdose ist nicht vorgesehen. Daher kann die Leistungsdichte des Puffer-Akkus vergleichsweise gering ausfallen, und die kostengünstigen NiMH-Akkus helfen, den Kaufpreis des Prius niedrig zu halten.