Konkurrenz sieht Preiserhöhung bei T-DSL als Beweis für Preisdumping

Die Erhöhung der Preise für den T-DSL-Anschluss der Deutschen Telekom stößt bei der Konkurrenz auf wenig Begeisterung.

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Die Erhöhung der Preise für den T-DSL-Anschluss der Deutschen Telekom stößt bei der Konkurrenz auf wenig Begeisterung. So meint etwa der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), dass sich auch die neuen Preise nicht an den tatsächlichen Kosten orientieren. Das gelte vor allem für die T-DSL-Preise bei ISDN-Anschlüssen, die nach Ansicht des VATM immer noch zu niedrig liegen. Dies verzerre wiederum massiv den Wettbewerb.

Außerdem kämen die Preiserhöhungen viel zu spät, die Telekom hätte die Preise "bereits im März letzten Jahres deutlich anheben müssen". Nach Meinung des VATM-Präsidenten Joachim Dreyer wären realistische Preise zu einem früheren Zeitpunkt für Kunden und Wettbewerber die bessere Lösung gewesen. "Zwar hätten die Kunden kurzfristig etwas mehr gezahlt, aber sie hätten mittel- und langfristig durch Wettbewerb die Gewähr für Angebotsvielfalt, Innovationen und faire, stabile Preise." So aber habe die Telekom "ihren Marktanteil mit bei weitem nicht kostendeckenden Preisen auf weit über 90 Prozent ausbauen können".

Ähnlich sieht das auch der Bundesverband der regionalen und lokalen Telekommunikationsgesellschaften (BREKO): "Durch die Ankündigung einer Preiserhöhung für DSL-Anschlüsse hat die Deutsche Telekom das Eingeständnis gemacht, bislang Preisdumping bei diesem Produkt betrieben zu haben." BREKO-Geschäftsführer Rainer Lüddemann fühlt sich auch prompt "bestätigt in seinem Vorwurf des unlauteren Wettbewerbs". Er fordert nun ähnlich wie auch der VATM von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) eine eingehende Prüfung des vorgeschlagenen Preisgefüges, "um wenigstens für die Zukunft einen fairen und an den tatsächlichen Kosten orientierten Wettbewerb zu Gewähr leisten."

Als "nicht begründbar" erscheinen dem VATM zudem die weiter bestehenden Unterschiede bei den Preisen für T-DSL bei Analog- und ISDN-Anschlüssen. Der VATM "fordert daher nach wie vor eine Anhebung des T-DSL-Entgeltes für ISDN auf das gleiche Niveau wie für Analog-Anschlüsse, da dieses den tatsächlichen Kosten deutlich näher zu kommen scheint."

Ebenfalls in der Kritik steht auch die gleichzeitig von der Telekom verkündete Erhöhung der Telefon-Anschlussgebühren. Laut BREKO "wird nun einfach gleich mit abkassiert", so der Vorwurf von Lüddemann. Der Verbandsgeschäftsführer weiter: "Unsere Forderung war nicht, dass die Verbraucherpreise steigen. Bei der monatlichen Miete haben wir bemängelt, dass die Telekom ihren eigenen Kunden weniger Geld für die Anschlussmiete abnimmt, als den Wettbewerbern. Die richtige Schlussfolgerung wäre eine Preissenkung gegenüber den Wettbewerbern gewesen."

Von der Telekom liegt bislang noch keine Stellungnahme zu den Vorwürfen vor. (axv)