Bulmahn: Bei Forschung und Entwicklung geht es aufwärts

Deutschland hat bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung "nach Jahren des Rückgangs und der Stagnation wieder Anschluss an die internationale Entwicklung gefunden".

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Von
  • Wolfgang Stieler

Deutschland hat bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung (FuE) "nach Jahren des Rückgangs und der Stagnation wieder Anschluss an die internationale Entwicklung gefunden". Dies geht aus dem von Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD) am Mittwoch dem Kabinett vorgelegten Faktenbericht Forschung hervor. Der Faktenbericht erscheint alle vier Jahre und aktualisiert die Datenbasis des Bundesberichts Forschung 2000.

Auf über 300 Seiten kann das Bundesforschungsministerium darin überwiegend Positives vermelden: Zwischen 1998 und 2000 haben Staat und Wirtschaft in Deutschland ihre Zukunftsinvestitionen in die Forschung insgesamt um 12 Prozent erhöht. Bulmahn verwies dazu auf deutliche Ausgabensteigerungen in den Etats der Bundesregierung. Rechne man das vergangene Jahr und den Haushaltsansatz für 2002 (9 Milliarden Euro) hinzu, so stiegen die Ausgaben des Bundes insgesamt um fast 19 Prozent gegenüber vor der Bundestagswahl von 1998. Parallel dazu habe aber auch die deutsche Wirtschaft bei den Aufwendungen für Forschung und Entwicklung kräftig zugelegt (plus 17,6 Prozent) und damit offensichtlich ihre frühere Stagnationsphase überwunden. Mit Ausgaben von mehr als 50 Milliarden Euro für diesen wichtigen Zukunftsbereich liegt der Anteil in Deutschland am Bruttoinlandsprodukt damit im Jahr 2000 bei 2,46 Prozent.

Der Spitzenreiter unter den großen Industrienationen ist nach wie vor Japan mit 3,04 Prozent Anteil. Die USA liegen mit 2,64 konstant auf hohem Niveau. Der Bericht hebt hervor, dass allerdings kleinere Länder wie Finnland und Schweden im Jahr 2000 mit 3,36 beziehungsweise 3,8 Prozent ihrer Bruttoinlandsausgaben anteilsmäßig noch mehr Geld in Forschung und Entwicklung investiert haben.

Von den Steigerungen in Bulmahns Forschungsetat profitierten vor allem Bereiche wie die Biotechnologie (plus 49 Prozent), die Informationstechnik einschließlich der Fertigungstechnik (plus 39,5 Prozent) und die Gesundheitsforschung (plus 31,1 Prozent). "Wir haben die Mittel insbesondere in denjenigen Förderbereichen deutlich gesteigert, die wichtig für die Entwicklung unseres Landes sind", sagte die Bundesforschungsministerin.

Neben der finanziellen Stärkung der Forschung wies Bulmahn auf die "strukturellen Veränderungen zur Modernisierung der deutschen Forschungslandschaft" -- wie beispielsweise die umstrittene Fusion von GMD und FhG -- hin. Mit den Umstrukturierungsmaßnahmen setze die Bundesregierung "auf mehr Flexibilität, mehr Wettbewerb und damit auch auf mehr Qualität", sagte Bulmahn. (wst)