Daumen hoch: General Motors wird 100 Jahre alt
Dieses Jubiläum hätte sich General Motors wohl anders vorgestellt. Vor 100 Jahren entstand der bis vor kurzem größte Autobauer der Welt, der heute vor seinen wohl größten Herausforderungen steht. Doch genau diese könnten sich als große Chance erweisen
- rhi
Detroit (USA), 17. September 2008 – Der bis vor kurzem größte Autohersteller der Welt gibt derzeit ein widersprüchliches Bild ab. Einerseits fertigt General Motors (GM) Fahrzeuge in 33 Ländern und beschäftigt damit knapp über 400.000 Menschen, die Erzeugnisse werden von 22.350 Händlern rund um den Globus verkauft. Und doch befindet sich der Konzern, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, in der Krise. Den größten der „Big Three“ in den USA drücken Finanzprobleme, bei deren Lösung nach dem Willen von GM, Ford und Chrysler der Staat kräftig mithelfen soll. Ob dieser in Anbetracht noch größerer Probleme im Bankenbereich dazu bereit ist, muss sich zeigen.
Es begann im Jahr 1908
Die Frühgeschichte des Autoriesen liest sich entspannter: Am 16. September 1908 gründete William C. „Billy“ Durant die Firma General Motors. Noch im selben Jahr erwarb er von David Dunbar Buick und Ransom E. Olds deren Firmen Buick und Oldsmobile. In den folgenden Jahren kamen weitere Auto- und Maschinenbauhersteller unter das GM-Dach. Dazu zählten heute unbekannte Namen, aber auch Marken wie Cadillac oder Chevrolet. Im Jahr 1925 weitete GM sein Engagement auf Europa aus und erwarb den britischen Vauxhall-Konzern. 1929, kurz vor der Weltwirtschaftskrise, wurde die Aktienmehrheit bei Opel übernommen. Heutzutage tragen auch Besitzer eines schwedischen Saab oder eines australischen Holden zum GM-Umsatz bei. Umstritten blieb die Rolle von General Motors während des Zweiten Weltkriegs. Da sowohl in den USA als auch in Deutschland bei Opel Rüstungsgüter hergestellt wurden, stand GM in der Kritik, beide Seiten zu unterstützen.
Daumen hoch: General Motors wird 100 Jahre alt (24 Bilder)

General-Motors-Gründer William C. "Billy" Durant
Innovationen von Beginn an
Schon früh wurde bei General Motors an neuen Technologien geforscht. Bereits 1911 stellte man den Elektrostarter vor, der das bis dahin übliche, nicht ungefährliche Anlassen per Kurbel überflüssig machte. 1914 kam der erste Wagen mit V8-Motor auf den Markt, die Zylinderzahl und -anordnung sollte typisch für US-Automobile werden. In den 1920er und 1930er-Jahren baute die GM-Luxussparte Cadillac sogar Sechzehnzylinder in ihre Fahrzeuge ein. 1924 wurde in amerikanischen Milford das erste Testgelände der Welt eröffnet. 1936 erschien der Opel Olympia mit selbstragender Karosserie, ab 1940 war in den USA unter der Bezeichnung „Hydramatic“ ein vollautomatisches Getriebe erhältlich.