Zu Risiken und Nebenwirkungen

Wussten Sie, dass sich 20 Prozent aller Medikamente negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken? Daher empfiehlt es sich, das Auto nach der Einnahme von Pillen, Tropfen und Säften lieber stehen zu lassen

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Stuttgart, 29. September 2008 – Rund 20 Prozent aller Medikamente wirken sich negativ auf die Fahrtüchtigkeit aus. So ereignet sich jeder vierte Verkehrsunfall nach der Einnahme von Pillen, Tropfen oder Säften, so die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ). Unwissenheit schützt dabei keineswegs vor Strafe. Die Rechtssprechung stuft Fahruntüchtigkeit durch Arzneimittel als Unverantwortlichkeit und grobe Fahrlässigkeit ein.

Obwohl grippale Infekte oder starke Kopfschmerzen allein schon das Lenken eines Fahrzeugs ausschließen sollten, fängt sich der Fahrer je nach pharmazeutischem Cocktail noch zusätzlich eine ganze Palette an Nebenwirkungen ein. Vor allem Mittel gegen Erkältungskrankheiten beeinträchtigen das Reaktionsvermögen ganz besonders. Dies ist laut GTÜ allerdings nur jedem Fünften überhaupt bewusst. Dagegen hätten 80 Prozent der Autofahrer, die Erkältungsmittel einnehmen, keine Ahnung, dass diese Medikamente ihre Fahrtüchtigkeit wie Rauschmittel beeinflussen. Dieses fehlende Problembewusstsein wird oft noch verstärkt, wenn die Medizin vom Arzt verordnet wurde. Daher empfiehlt es sich, den Beipackzettel eines Medikaments komplett durchgelesen, um auf Nebenwirkungen wie vermindertes Reaktionsvermögen, Benommenheit und Konzentrationsstörungen zu stoßen.

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Wer Arznei nimmt, sollte das Auto im Zweifel lieber stehen lassen.

Mit Medikamenten am Steuer ist äußerste Vorsicht geboten. Beispielsweise findet der Wirkstoff Dextrometorphan mehrerer frei verkäuflicher Hustensäfte auch in der Drogenszene Verwendung. Weitere Opiatpharmaka in Hustenmitteln sind Codein und Dehydrocodein. Bei Nachweis von Medikamenten als Unfallursache erlischt der Kaskoschutz der Kfz-Versicherung. Es drohen Bußgeld, Punkte, Fahrverbot und sogar Freiheitsstrafe.