Spanischer Vetter: Seat Exeo auf Audi-A4-Basis
Nur nicht ausplaudern – der Seat Exeo ist technisch eigentlich ein Audi A4. Seine Käufer werden sich daran nicht stören: Sie bekommen ab nächstem Frühjahr ein solides Mittelklasseauto mit zeitgemäßer Technik
- sl
Martorell, 2. Oktober 2008 – Das Erfinden von neuen Autonamen ist ein interessantes und nicht ganz triviales Geschäft. Unfreiwillig komisch klingt zum Beispiel „Bora“ im englischsprachigen Raum, weswegen es seinerzeit eine weise Entscheidung war, ihn ihn in Nordamerika lieber Jetta zu nennen. Bei VW greift man gerne auf die Natur oder den Sport zurück, bei Ford stehen erfreuliche Ereignisse wie die Fiesta im Focus. Opels Zafira oder Corsa entwickeln ihren Charme mehr über den Klang als über die – nicht vorhandene – Bedeutung ihres Namens, und Audi, BMW und Mercedes geben sich mit derlei kunstvollen Namen gar nicht erst ab. Der neue große Seat heißt nun also „Exeo“, das ist von „Exire“ abgeleitet und heißt so viel wie „hinausgehen“. In diesem Sinne symbolisiert der Name für Seat „den Aufbruch in ein neues Segment und letztendlich in eine neue Ära“. Wir stellen einfach fest, dass es bald einen hübschen neuen Mittelklasse-Seat gibt, der im Segment von VW Passat oder Audi A4 angesiedelt ist.
Tatsächlich ähnelt er verdächtig dem alten Audi A4 und ist wie dieser rund 4,60 Meter lang. Denn völlig neu ist der Exeo nicht, die technische Basis ist der alte Audi A4, der intern das Kürzel B7 trägt – auch wenn Seat das offiziell nicht bestätigen möchte. Im Herzen wird es den Seat-Leuten vermutlich nicht unrecht sein, wenn es dennoch jeder weiß, denn der ein oder andere Kunde hat vermutlich nichts dagegen, bewährte Audi-Technik im feschen Seat-Gewand zu kaufen.
Spanischer Vetter: Seat Exeo auf Audi-A4-Basis (11 Bilder)

Seat präsentiert stolz seine erste Mittelklasse-Limousine, den Exeo.
Schon mit neuen Common-Rail-Dieseln
Auch bei der Technik muss sich dabei keiner auf Experimente einlassen: Starten wird der Exeo mit drei Benzinern von 102 bis 200 PS. Bei dem Basismotor handelt es sich wohl um den 1.6 mit 102 PS, der Topmotor dĂĽrfte der 200-PS-Turbo aus dem alten VW Golf GTI sein. Dazwischen steht ein weiterer Turbo. Denkbar sind der 1.4 TSI mit 122 PS und der 1.8 TFSI mit 120 PS, beide wĂĽrden allerdings, wie bei Seat ĂĽblich, unter dem KĂĽrzel TSI laufen. Bei den Dieseln werden schon die neuen Common-Rail-SelbstzĂĽnder aus dem VW-Konzern eingebaut. Die Leistungsspanne reicht hier von 120 bis 170 PS. Bei dem mittleren Diesel dĂĽrfte es sich wohl um den 2.0 TDI mit 140 PS handeln.
Dies beruhigt all diejenigen, die befürchtet hatten, dass Seat zunächst mit den Pumpe-Düse-Dieseln vorlieb nehmen muss. Angesichts der nicht mehr allzu weit entfernten Euro-5-Norm wäre das aber kaum nachvollziehbar gewesen. Die Common-Rail-Dieselmotoren erfüllen die ab September 2009 gültige Norm allesamt, bei Pumpe-Düse wäre sie wohl nur mit technischen Klimmzügen erreichbar. Welche Getriebe eingesetzt werden, teilt Seat noch nicht mit. Das Doppelkupplungsgetriebe aus dem VW-Konzern mit der VW-Bezeichnung DSG oder der Audi-Benennung S tronic ist zunächst nicht geplant, dürfte aber später kommen, wie Seat-Sprecherin Irmgard Mroz uns auf Anfrage mitteilte.