Ruhe vor der Flaute: Neuzulassungen im September 2008

Im Vergleich zu den Meldungen der Automobilhersteller, die reihenweise ihre Produktion drosseln, klingt die Zulassungsstatistik des Kraftfahrbundesamts recht positiv

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Von
  • Gernot Goppelt
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Flensburg, 9. Oktober 2008 – Im Vergleich zu den Meldungen der Automobilhersteller, die reihenweise ihre Produktion drosseln, klingt die Zulassungsstatistik des Kraftfahrbundesamts recht positiv. Zwar fallen die Zulassungszahlen des Septembers im Vergleich zu den beiden Vorjahren schwächer aus, doch nach den ersten neun Monaten „steht der Zulassungspegel“, um den KBA beim Wort zu nehmen, 1,3 Prozent besser da als nach den drei ersten Quartalen 2007.

Minis mit gewaltigen Zuwächsen
Überraschendes bleibt weitgehend aus, die Trends der bisherigen Monate haben sich bestätigt und stabilisiert. So sind die Marktanteile der Minis in der ersten drei Quartalen um 21,1 Prozent gestiegen. Die bevorzugten Modelle in diesem Segment sind Smart Fortwo, Renault Twingo und Fiat 500, ein Umstand, der den deutschen Herstellern zu Denken geben muss. Denn sie decken insgesamt 64,3 Prozent des Markts ab, aber ausgerechnet im wachstumsstärksten Segment spielt nur der Smart vorne mit – ein Auto, dem wegen schlechter Absatzzahlen und Rendite in den ersten Jahren viele ein frühes Ende voraussagten und das nun seine Erfinder, wenn auch reichlich spät, bestätigt.

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Der Smart ist einer der Gewinner der letzten Monate.

Das größte Segment, die Kompaktklasse, liegt mit einem Anstieg von 5,6 Prozent nun bei 27,0 Prozent der Neuzulassungen. Der VW Golf beherrscht diese Klasse mit 28 Prozent. Stark rückläufig waren die Zulassungen dagegen in der Oberen Mittelklasse (-15,9 %) und im Sportwagen-Segment (-11,7 %). Auch die Nachfrage nach Vans ist deutlich zurückgegangen (-7,1 %).

Diesel-Comeback
Im Übrigen zeigt sich einmal wieder, wie Märkte manchmal zum Überreagieren neigen. War der Anteil von Dieselfahrzeugen innerhalb eines knappen Jahres bis August um fast 10 Prozent auf 40,4 Prozent gesunken, sind es im September plötzlich wieder 43 Prozent. Das liegt zum Teil daran, dass Diesel wieder etwas billiger ist als Superbenzin, obwohl frühere Preisdifferenzen von zum Teil mehr als 10 Cent wohl nicht so schnell wiederkommen.