Cisco Live Europe: Auf in die hybride IT-Welt

Mit neuen Werkzeugen will der Netzwerk-AusrĂĽster den Betrieb von Anwendungen in Cloud- und Container-Umgebungen erleichtern.

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Cisco Live Europe: Auf in die hybride IT-Welt

(Bild: Michael Vi/Shutterstock.com)

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Wie lassen sich Applikationen in der sich abzeichnenden hybriden IT-Welt mit mehreren Clouds beschleunigen, optimieren und möglichst einfach bereitstellen? Um diese Frage ging es in der Keynote auf Ciscos europäischer Hausmesse Cisco Live Europe, die vom 27. bis 31. Januar im katalanischen Barcelona stattfand. Hierzu will der Netzwerkhersteller die Abläufe beim Betrieb von Infrastruktur und Applikationen mit drei Neuerungen vereinfachen: AppDynamics Experience Journey Maps, der Intersight Workload Optimizer und die neue HyperFlex Application Platform.

Eine Hauptrolle kommt dabei den Neuerungen in AppDynamics zu, einem Werkzeug zum Application Performance Management (APM). Cisco hatte das Unternehmen AppDynamics im Jahr 2017 für knapp vier Milliarden US-Dollar übernommen und in den Geschäftsbereich “IoT and Applications” eingegliedert. AppDynamics hilft mit zahlreichen Agenten dabei, Flaschenhälse, Fehlerquellen und Ursachen für unbefriedigende Antwortzeiten sowie Leistungs- und Sicherheitsprobleme bei Anwendungen in Echtzeit zu identifizieren und zu visualisieren. In einer Live-Demo führte Cisco uns vor, wie scheinbar unverwandte Prozesse auf anderen Server- und Containerknoten die Performance einer Applikation stören können.

AppDynamics erlaubt es jetzt, die Reise des Kunden durch eine Anwendung zu visualisieren.

(Bild: Cisco)

Die Neuerung bei AppDynamics sind “Journey Maps”, die die “Reise” des Kunden durch Applikationen visualisieren und so ein intuitives Verständnis für Verzögerungen und Probleme in der Anwendung ermöglichen. Auf technischer Ebene beinhaltet AppDynamics Agenten für alle gängigen Programmiersprachen und SDKs wie Oracles Java, Microsoft .NET sowie Infrastrukturkomponenten von Kubernetes-Clustern und virtuellen Maschinen bis hin zu Mainframes und Public-Cloud-Umgebungen. Damit ist eine vollständige Überwachung von Anwendungen inklusive aller ihrer Komponenten möglich. Besonders kritische Code-Abschnitte können zudem mit AppDynamics instrumentiert werden, wenn Zugriff auf den Quellcode der Applikation besteht.

Einen tieferen Einblick in die IT-Infrastruktur verspricht das Monitoring-Produkt Cisco Intersight. Es wird in einer Basisedition mit den Cisco-Serversystemen UCS und HyperFlex kostenfrei mitgeliefert und steht als SaaS-Angebot sowie als virtuelle Appliance in unterschiedlichen Lizenzstufen bereitsteht. Neu vorgestellt wurde der Intersight Workload Optimizer, der dank Machine Learning und vereinheitlichter Werkzeuge und Begrifflichkeiten die Fehlersuche vereinfachen soll. Durch API-Aufrufe und Integrationen mit gängigen Plattformen will Cisco damit nicht nur die optimale Leistung von Applikationen sicherstellen, sondern auch bei der Kostenoptimierung helfen, wenn eine zu großzügige Bereitstellung von Ressourcen festgestellt wird – ein wesentlicher Kostentreiber vor allem in Public Cloud Umgebungen.

Die Bereitstellung von notorisch komplexen Kubernetes Umgebungen will Cisco mit einem Bundle aus Hard- und Software namens HyperFlex Application Platform (HXAP) vereinfachen. Dank Integration mit Intersight soll es die Bereitstellung und den Betrieb von Clustern auf Basis des "originalen" Upstream-Kubernetes zum Kinderspiel werden lassen. HXAP integriert dabei neben Kubernetes weitere wichtige Hilfsdienste wie Container Networking, Load Balancing und Service Mesh. Cisco übernimmt für das reibungslose Zusammenspiel der Dienste die Verantwortung und bietet HXAP als “kuratiertes” und aus Sicherheitssicht “gehärtetes” Gesamtprodukt an.

Auf der Messe auf die jüngsten Sicherheitsvorfälle rund um Cisco-Produkte und -Dienste angesprochen, erklärte der Hersteller gegenüber iX: "Wir haben uns verpflichtet, sowohl Sicherheitsprobleme aktiv zu vermeiden als auch über Vorfälle aufzuklären. Darum aktualisieren und verbessern wir unsere Produkte und Lösungen kontinuierlich im Rahmen unseres Cisco Secure Development Lifecycles nach ISO27034." Sicherheitsvorfälle prüfe man gemäß Ciscos PSIRT-Prozesses (Product Security Incident Response Team). "Unser Responsible-Disclosure-Prozess sorgt dafür, dass Kunden und die Öffentlichkeit zeitnah und diskriminiertungsfrei informiert werden und Gegenmaßnahmen und Softwareupdates zum Schließen der Sicherheitslücke zur Verfügung stehen." Das Veröffentlichen von Sicherheitslücken sei daher kein Zeichen mangelnder Qualität, sondern konsequenter Transparenz.

Mit 18.000 Besuchern konnte Cisco für seine europäische Hausmesse erneut einen kräftigen Zuwachs an Besuchern vermelden. Teilnehmer lobten die große Bandbreite an Themen, mit der der Hersteller unterschiedliche Adressaten erreichen möchte, und die hohe Qualität der Vorträge: Netzwerkspezialisten konnten sich in Hunderten sehr technischer Sessions teilweise tiefe Einblicken in Netzwerkprotokolle und Cisco-Produkte verschaffen. Entwickler hatten im eigenen DevNet-Bereich die Möglichkeit, die Automatisierung via APIs und Python zu üben IT-Entscheider konnten sich im “Management-Track” der Konferenz zu strategischen Themen rund um das breite Feld informieren, das Cisco mittlerweile abdeckt. (odi)