Journey to the Savage Planet angespielt: Planetenerkundung mit Witz

Ein echter Überraschungshit: Das Abenteuerspiel Journey to the Savage Planet überzeugt mit Spielwitz und schrägem Humor.

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Journey to the Savage Planet angespielt: Planetenerkundung mit Witz und Greifhaken

(Bild: heise online)

Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Andreas Müller
Inhaltsverzeichnis

Ein bisschen No Man‘s Sky, eine Prise Metroid, ein Hauch Dark Souls und fertig ist Journey to the Savage Planet. Hinter der bunten und manchmal zuckersüßen Fassade steckt ein originelles, spannendes, aber selten frustrierendes Planetenabenteuer mit einer nahezu perfekten Mischung aus Herausforderung und Erkundung.

Unendliche Weiten? Denkste! Nachdem sein Raumschiff auf einem fremden Planeten gestrandet ist, macht sich unser Bruchpilot auf die mühsame Suche nach Ersatzteilen. Alleine erkundet er die Geheimnisse des Planeten, sammelt Rohstoffe, schlägt sich mit der widerspenstigen Fauna und Flora herum und muss die schlagfertigen Kommentare seiner künstlichen Beraterin aushalten. Kaum hat er ein bisschen den Planeten kennengelernt und an seiner Ausrüstung gebastelt, da entdeckt der tapfere Abenteurer Überreste einer Alienkultur, die auf ein großes und gefährliches Geheimnis hindeuten.

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Das Erstlingswerk der Typhoon Studios ist ein Erkundungsspiel aus der Ego-Perspektive, in dem neben einer guten Portion Neugier auch Geschick und schnelle Reflexe gefragt sind. Die bunte Planetenwelt entpuppt sich schnell als ein Garten des Todes, in dem nicht nur große und kleine Tiere mit Gift und Feuer um sich werfen, sondern auch ein paar Aliens tödliche Fallen hinterlassen haben. Aber keine Sorge: Ein Bildschirmtod ist nur halb so schlimm – die heimische Klonfabrik schickt uns immer wieder aufs Neue in die Wildnis und Teleporter bringen uns schnell an den Tatort zurück.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, hat unser Planeteneroberer nützliche Hilfsmittel im Rucksack: mittels Scanner sammelt er wichtige Infos, ein Greifhaken lässt ihn wie in Sekiro durch die Luft wirbeln und Zusatzdüsen lassen ihn weitere und höhere Sprünge wagen. Wird die Lage brenzlig, kann er auch auf seinen ausbaufähigen Energiestrahler oder Gift- oder Feuerbomben zurückgreifen. Als Rohstoffe dienen ein paar Kristalle, die er für die Upgrades im Raumschiff in den 3D-Drucker wirft.

Ähnlich wie in Metroid oder Dark Souls ist die Spielwelt verschachtelt und birgt viele Geheimnisse. Erst mit den richtigen Upgrades werden neue Wege und Herausforderungen freigeschaltet. So öffnen sich manche Tore erst mit Elektroschocks, andere können durch verwinkelte Geheimgänge erreicht werden. Während die meisten Monster meist hirnlos auf den Astronauten einstürmen, sind die Bosskämpfe herausfordernde mehrstufige Höhepunkte, an denen sich die Spieler schon mal die Zähne ausbeißen können. Ähnlich wie in den berühmten Vorbildern müssen sich die Spieler die Angriffsmuster merken und so Riesenfrösche erledigen, Laserstrahlen ausweichen und einem riesigen Monster die Tentakel abschießen. Schade, dass die Naturkulisse neben dem originellen Spieldesign schnell eintönig wird.

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Die Entwickler vergessen trotzdem nie ihren Humor. Die flapsigen Kommentare des Computers, das schräge Monsterdesign oder die derb-komischen Videos, die in den E-Mails liegen, parodieren erfrischend respektlos gängige Klischees von noblen Weltraummissionen und tapferen Helden. Dass sich die Spieler auch im Koop zu zweit ins Abenteuer stürzen können, ist ein weiterer Pluspunkt für ein rundum gelungenes Weltraumabenteuer.

Journey to the Savage Planet angespielt (5 Bilder)

Journey to the Savage Planet überzeugt mit cleverem Spieldesign und respektlosem Humor. (Bild: heise online)

Journey to the Savage Planet ist ein gekonnter Genremix, der dank cleverem Spieldesign und viel Humor zum ersten großen Überraschungshit des Jahres wird. Gegner und Geschicklichkeitstests sind nie unfair und lassen sich mit ein wenig Übung leicht meistern. Wer aber das ganze Spiel auskosten will, sollte nicht einfach über den Planeten hetzen, sondern seiner Neugier freien Lauf lassen. Obwohl die Spielwelt nicht besonders groß ist, entdecken die Spieler nämlich ständig neue Ecken mit Upgrades, die das Spiel eine Spur leichter zu machen. Ein bisschen Backtracking ist da nicht zu vermeiden. Das ist aber auch der einzige Kritikpunkt, der sich anbringen lässt – alles hätte noch ein bisschen größer und visuell abwechslungsreicher sein können. Der Rest ist aber ein spannender Planetentrip, den sich neugierige Abenteurer nicht entgehen lassen sollten.

Journey to the Savage Planet ist am 30. Januar für PS4, Xbox One und Windows (Epic Games Store) erschienen, Es kostet ca. 30 €. USK ab 12. Für unseren Artikel haben wir ein paar Stunden die PS4-Version gespielt. (dahe)