Crypto Wars: FBI kann iPhone des Pensacola-Schützen angeblich nicht entsperren

Das FBI verhandle mit dem Hersteller, sagte sein Direktor. Der Zugriff auf die verschlüsselten iPhone-Daten des Pensacola-Schützen sei noch nicht gelungen.

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Apple iPhone

(Bild: dpa, Jeff Chiu)

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Das FBI fordert von Apple weiterhin Unterstützung beim Entsperren eines iPhones ein. Die US-Bundespolizei habe das offenbar durch einen Schuss beschädigte iPhone "rekonstruiert", könne aber weiterhin nicht auf die verschlüsselten Daten zugreifen, erklärte FBI-Direktor Christopher Wray am Mittwoch vor dem House Judiciary Committee, einem ständigen Ausschuss des US-Repräsentantenhauses.

Das FBI stehe derzeit weiterhin in Verhandlungen mit Apple und hoffe auf "bessere Hilfe, damit wir Zugang zu dem Telefon erhalten", wird der FBI-Direktor von der Finanznachrichtenagentur Bloomberg zitiert.

Das Smartphone ist eins von zwei iPhones, die angeblich einem saudischen Soldaten gehörten, der Anfang Dezember 2019 auf dem Militärstützpunkt Pensacola im US-Bundesstaat Florida drei Menschen erschossen sowie weitere verletzt hatte und im Anschluss von Sicherheitskräften erschossen wurde.

Warum das FBI es nicht schafft, selbst Zugriff auf die iPhone-Daten herzustellen, bleibt unklar. Gerichtsunterlagen zufolge konnte die Behörde in anderen Fällen selbst Daten aus jüngsten iPhone-Modellreihen auslesen. Bei den Pensacola-iPhones handelt es sich Berichten zufolge zudem um ältere Modelle.

Anfang Januar hat das FBI Apple dazu aufgefordert, bei der Entsperrung der iPhones zu helfen, es liege schließlich ein Durchsuchungsbeschluss für die Geräte vor, wurde als Begründung angeführt. Apple betonte, den Ermittlern bereits alle verfügbaren Daten in Gestalt von iCloud-Backups ausgeliefert zu haben.

Die lokale Verschlüsselung der iPhone-Daten ist an den vom Nutzer festgelegten Gerätecode geknüpft. iOS besitzt mehrere Schutzfunktionen, um Brute-Force-Angriffe auf den Gerätecode zu erschweren.

Die US-Regierung erhöhte in den vergangenen Wochen bereits den Druck auf Apple, bei der Entsperrung zu unterstützen – ohne allerdings konkrete Forderungen zu stellen, wie diese Entsperrhilfe aussehen soll. US-Präsident Trump erklärte zuletzt, Apple besitze die Schlüssel zu "kriminellen Gehirnen" und müsse helfen, schließlich helfe er dem Konzern ständig in wirtschaftlicher Hinsicht.

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2016 versuchte das FBI, Apple mit einer gerichtlichen Verfügung dazu zu zwingen, bei der Entsperrung eines iPhones durch Entwicklung einer Spezial-Software zu helfen, die Sicherheitsmechanismen außer Kraft setzt. Die Klage wurde wieder zurückgezogen, nachdem das Gerät durch Dritte entsperrt wurde. (lbe)