Audi lässt es krachen
1998 startete Audi das interdisziplinäre Forschungsprojekt Audi Accident Research Unit (AARU). Zu diesem Jubiläum gab das Forschungszentrum einen Einblick in seine Arbeit
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Ingolstadt, 4. November 2008 – Eine fürchterliche Vorstellung: Auf einer Autobahn schert ein Fahrzeugtransporter auf die linke Spur aus, um einen Lkw zu überholen. Dabei übersieht der Fahrer den von hinten heranrauschenden Audi A6. Dieser prallt mit 140 km/h und somit einer Differenzgeschwindigkeit von mehr als 40 km/h gegen den Auflieger. Dennoch erleiden die Insassen nur leichte Verletzungen. Der Crash ereignete sich tatsächlich im April 2008.
Auf der Spurensuche
Nach solchen Unfällen geht die so genannte Audi Accident Research Unit (AARU) auf Spurensuche. Der Automobilhersteller rief das interdisziplinäre Forschungsprojekt im Jahr 1998 ins Leben und finanziert es seither komplett. Wir waren in Ingolstadt und haben uns näher über die firmeneigene Unfallforschungs-Abteilung informiert. Ziele sind die Steigerung der allgemeinen Verkehrssicherheit, die Weiterentwicklung der Sicherheitsausstattung aktueller und zukünftiger Audi-Modelle sowie die Mitwirkung bei der Entwicklung effizienter Fahrerassistenzsysteme bis hin zum „unfallvermeidenden Automobil“. Weitere AARU-Partner sind die Abteilung Unfallchirurgie des Klinikums der Universität Regensburg und die bayerische Polizei.
Audi lässt es krachen (22 Bilder)

Das Audi A3 Cabrio wird mit einem Stahlseil auf 56 km/h beschleunigt.
Verschiedene Auswahlkriterien
Die Unfallexperten treten immer dann in Erscheinung, wenn verschiedene Parameter zutreffen: Audi-Modelle, die nicht älter als zwei Jahre sind, waren an einem Verkehrsunfall beteiligt, außerdem wurden Personen verletzt, ein Airbag löste aus und/oder die beteiligten Fahrzeuge wurden stark deformiert. Dabei ist es unbedeutend, ob die in Mitleidenschaft gezogene Person ein Radfahrer oder ein Fußgänger ist. Die Unfallerhebung findet fast nur in Bayern statt, mit den Schwerpunkten Ingolstadt und Regensburg.
Unfallprotokolle der Polizei
Ist also ein Audi-Modell bei einem Verkehrsunfall beteiligt, informiert die Polizei die medizinischen und wissenschaftlichen AARU-Teams. Zudem stellen die Ordnungshüter alle Unfallprotokolle und Bilder unter Berücksichtigung des Datenschutzes zur Verfügung. Die Regensburger Mediziner fahren dann in die jeweiligen Krankenhäuser oder zur Unfallstelle, um die Verletzten beziehungsweise die Beteiligten zu befragen und die Krankenblätter einzusehen.