Flugkurs-Änderung in der Corona-Krise

Die Mitflugzentrale Wingly unterstützt mit ihrem Knowhow in Frankreich eine neue Plattform und zeigt damit die für das Business nötige Flexibilität.

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Die Corona-Krise trifft natürlich auch die Wirtschaft hart. Besonders Selbstständige und Start-ups stehen nun am Rande ihrer Existenz. Der zuvor ausgearbeitete und finanzierte Businessplan ist hinfällig. Ein gegebenenfalls kleines Team an Mitarbeitern muss entlassen werden. Glücklich können sich die schätzen, die ihr Geschäftsmodell so verändern können, dass es gerade in Zeiten dieser Epidemie nützlich und wirtschaftlich ist.

Durch einen Tweet von Lars Klein, CTO der Flugplattform Wingly, bin ich auf ein Beispiel gestoßen, das genau in diese Kerbe schlägt. Eigentlich ist Wingly eine im Januar 2016 gestartete Plattform, die sich als Mitflugzentrale beschreibt und Privatpiloten und interessierte Fluggäste zusammenbringt. Damit ist die Plattform eigentlich in der Freizeit- und Tourismusbranche angesiedelt, welche zurzeit mit am stärksten betroffen ist. Da das Zusammentreffen mehrerer fremder Personen auf engem Raum beziehungsweise in einem kleinen Flugzeug untersagt ist, ist auch das Geschäftsmodell von Wingly gefährdet. Bei der Suche nach Optionen, das Geschäftsmodell auch anderen externen Plattformen anzubieten, hat das Wingly-Team, das seinen Dienst auch in Frankreich (und seit 2017 auch in Großbritannien) anbietet, eine Alternative gefunden und damit – zumindest vorübergehend – eine Kursänderung seiner Plattform hingelegt.

In Zusammenarbeit mit "Aviation sans frontières France" (ASF) konnte Wingly in Frankreich unter asfcovid.wingly.io eine neue Plattform ins Leben rufen. Sie bringt Piloten und Gesundheitspersonal zusammen, um entweder das Personal selbst oder medizinische Ausrüstung zu transportieren – und das kostenlos. Dazu steuert Total als weiterer Partner der Plattform den Treibstoff bei, Flugsteuern werden von Fall zu Fall verhandelt, heißt es in einem Medienbericht. Auf diese Weise will man alles nötige auf dem schnellsten Wege in die am stärksten von Covid-19 betroffenen Gebiete bringen. 300 Piloten sind nach Angaben von Wingly über die Plattform bereits aktiv (Stand: 10.4.2020).

Wingly zeigt damit exemplarisch die Flexibilität, die das Business erfordert. Natürlich gehört auch immer eine Portion Glück dazu, ein Knowhow anzubieten, das jetzt gefragt ist. Weitere lesenswerte Beispiele zu sogenannten Pivots, also radikalen Geschäftsänderungen von Start-ups, hat ein Kollege von der Gründerszene vor einigen Tagen zusammengetragen. Vielleicht kommt ja dadurch der ein oder andere frisch gebackene Gründer noch auf eine zündende Idee!

(jle)