Verbraucherschützer mahnen Viag Interkom ab

Der Münchner Netzbetreiber darf künftig nicht mehr behaupten, seine Euro-Konvertierungs-Praxis habe keine Konsequenzen für den Kunden.

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Von
  • Peter-Michael Ziegler

Der Netzbetreiber Viag Interkom ist wegen einer Werbeaussage im Rahmen der Euro-Umstellung vom Bundesverband der Verbraucherzentralen (VZBV) abgemahnt worden. Der Münchener Netzbetreiber hatte auf seinen Online-Seiten zum Genion-Home-Tarif behauptet, mit der künftigen Umstellung von D-Mark auf Euro ändere sich nichts für den Kunden.

Kalkulationen der Verbraucherschützer zufolge verteuerte sich nach Einführung der neuen Viag-Berechnungsmethode auf Euro-Basis der Genion-Tarif aber im ungünstigsten Fall um etwa 17 Prozent. Der Grund: Viag Interkom konvertiert bei jeder einzelnen Gesprächskostenberechnung die Minutenpreise von D-Mark zu Euro und rundet auf glatte Beträge, statt zunächst die Gesamtkosten in D-Mark zu errechnen, diesen Betrag dann in Euro umzurechnen und nur einmal zu runden.

Gerade bei Gesprächen im Home-Tarif führt diese Praxis zu erheblichen Mehrkosten für den Kunden. Der Minutenpreis von fünf Pfennig (2,56 Cent) wird hier nämlich auf glatte drei Cent aufgerundet. Je häufiger die Konvertierung durchgeführt wird, umso höher fällt die Rechnung aus. Bei 120 Gesprächen im Monat à drei Minuten macht die Differenz schon den Gegenwert eines Espressos beim Lieblings-Italiener aus. Auch wenn die Praxis rechtlich nicht zu beanstanden ist, hatte sie doch für sehr viel Unmut in der Öffentlichkeit gesorgt, zumal andere Netzbetreiber (Arcor etwa) einen anderen Weg gehen und nur bei der Konvertierung des Gesamtrechnungsbetrages runden.

Unternehmenssprecher Frank Wienstroth bestätigte gegenüber heise online, dass Viag Interkom sich mittlerweile in einer Unterlassungserklärung dazu verpflichtet hat, künftig auf die angemahnte Aussage zu verzichten. Die Konvertierungspraxis werde aber beibehalten, bekräftigte Wienstroth, zumal es zahlreiche andere Viag-Tarife gebe, bei denen eine Rundung das Unternehmen belaste und somit alles letztendlich "ein Nullsummenspiel" sei. (pmz)