Telefonieren in Hifi-Qualität
In meinem Homeoffice benutze ich eine Fritzbox und ein HD-Voice-fähiges DECT-Mobilteil. Einige Anrufe kann ich in HD-Qualität führen, andere liefern nur normale Qualität. Warum ist das so?
In meinem Homeoffice benutze ich eine Fritzbox und ein HD-Voice-fähiges DECT-Mobilteil. Einige Anrufe kann ich in HD-Qualität führen, andere liefern nur normale Qualität, was das Log auch bestätigt. Warum kommt oft keine HD-Voice-Verbindung zustande, auch wenn auf der Gegenseite ebenfalls HD-Voice-fähige Geräte im Einsatz sind?
Grundsätzlich mĂĽssen fĂĽr HD-Telefonate nicht nur die beiden Endstellen, sondern auch alle VermittlungsÂeinheiten dazwischen HD-fähig sein, also die erforderlichen Codecs beherrschen. Die besten Chancen haben Sie deshalb, wenn Anrufer und Angerufener das gleiche Netz nutzen. An der Fritzbox brauchen Sie dazu nicht zwingend ein HD-ÂVoice-fähiges DECT-Telefon, sondern können auch ihr Smartphone mit Android oder iOS und der „Fritz!App Fon“ Ânutzen. Wenn Sie einen VPN-Tunnel ins heimische Netzwerk einrichten, geht das auch von unterwegs.
Für HD Voice wird im Festnetz der Codec G.722 eingesetzt. Solche HD-Verbindungen bieten eine Audiobandbreite von 7 kHz. Tritt beim Verbindungsaufbau einer HD-Verbindung im Festnetz ein Problem auf, wird das Gespräch stets in G.711, also in niedriger Qualität aufgebaut.
Bei HD-Telefonaten zwischen Fest- und Mobilfunknetz muss zusätzlich eine aufwendige Wandlung des Codecs erfolgen, denn trotz der ähnlichen Bezeichnungen haben der Festnetz-Codec G.722 und der Mobilfunk-Codec G.722.2 technisch wenig gemein. Und im Mobilfunk ist damit noch lange nicht das Ende der Entwicklung erreicht: Für VoLTE-Verbindungen (Voice over LTE) wird derzeit der neue Standard EVS (Enhanced Voice Services) eingeführt, den aber bislang nur wenige Geräte beherrschen. Dieser bietet bis zu 20 kHz Audiobandbreite. (uma)