Ein virtueller Ozean im Internet für künstliches Leben
Eine kalifornische Firma will erstmals eine "lebendige, globale und digitale Gaia" für Millionen von Internetnutzern schaffen.
Der Name des kalifornische Startup-Unternehmens DALi Inc. hat nichts mit dem Künstler Dali zu tun hat, sondern steht als Abkürzung für Distributed Artificial Life. Anspruchsvoll wie der Name ist aber auch das Vorhaben der Firma: Sie will im Internet einen virtuellen Ozean schaffen, der als Lebenswelt für künstliches Leben dienen soll. Und weil Millionen von Menschen in diesem Projekt des verteilten Rechnens mitwirken sollen, handelt es sich bei den Agenten um bunte exotische Fische, die von einem Rechner der Teilnehmer zum anderen schwimmen können.
Die DALi-Welt, deren Beta-Version von der Website heruntergeladen werden kann, ist nicht nur ein Experiment, sondern sie soll als eine Demonstration für die vom Unternehmen geschaffene Java-Plattform dienen, die bekannt gemacht und an andere Anbieter verkauft werden soll. Der Härtetest muss aber erst einmal bestanden werden, wenn sich tatsächlich Millionen von Menschen an dieser "digitalen Gaia" beteiligen sollten. Angeblich müsse man nichts befürchten, wenn die Fische von einem Computer zum anderen schwimmen. Das System sei sicher.
Die Teilnehmer können bestimmen, wie viele Fische sie in ihrem lokalen Aquarium aussetzen und ob sie dieses über das Netz zugänglich machen. Die Fische seien autonome Agenten, die sich selbstständig verhalten und über den Austausch ihrer "Gene" bei der Paarung evolutionär weiterentwickeln können. Auch die gesamte digitale Ökologie könne sich verändern. Weil die Interaktion im Fall des digitalen Ozeans aber nicht so groß ist, führen alle ausgesetzte Fische zumindest einen Pass mit sich, in dem ihr Urheber und die letzten Stationen ihrer virtuellen Reise vermerkt sind. Ansonsten setzten die Entwickler von DALi darauf, dass sich die Besitzer der verbundenen Aquarien zu einer Community vereinen. Da jeder Fisch in Echtzeit aufgebaut und animiert wird, sind für eine gute Darstellung ein leistungsfähiger Computer und eine 3D-Grafikkarte notwendig.
Mehr in Telepolis: Eine digitale Gaia im Internet. (fr)