Ford entwickelt Sitzschaum aus Soja
- Gernot Goppelt
Wissenschaftler von Fords „Research and Innovation Center“ in Dearborn, Michigan, haben einen Durchbruch bei der Entwicklung von Polyurethan-Schaumstoffen auf Grundlage von Soja verkündet. Diese Schaumstoffe werden für Sitzkissen und -rücklehnen oder Arm- und Kopfstützen eingesetzt.
Die Ford-Forscher haben ein Verfahren entwickelt, bei dem sie 40 Prozent des Schaumstoffs aus Soja herstellen können – die übliche Grundlage ist Erdöl. Nach Angaben von Ford sei ein Anteil von fünf Prozent Soja-Polyolen relativ einfach zu realisieren, aber selbst hierfür gebe es bisher kein solides Geschäftsmodell. Polyole sind chemische Verbindungen, die mehrere Hydroxylgruppen (OH-Gruppen) enthalten.
Das neue Verfahren ermöglicht laut Ford ein Polstermaterial, der keine Nachteile bei Lebensdauer oder Qualität habe. Der Anteil von 40 Prozent Soja ermögliche zudem einen beträchtlichen Beitrag zum Umweltschutz, gleichzeitig sinke die Abhängigkeit von Erdöl.
Ford rechnet bei hohen Produktionsmengen des „Sojaschaums“ mit jährlichen Einsparungen von etwa 26 Millionen Dollar. Zudem wären Soja-Polyole nach Aussage des amerikanischen „National Institute of Standards and Technology“ viermal weniger umweltschädlich als Erdöl-basierte Grundstoffe. (ggo)