IAA: Vollsynthetischer Sprit aus Stroh
- Gernot Goppelt
Auf der IAA in Frankfurt präsentiert das Forschungszentrum Karlsruhe sein „bioliq-Verfahren“. Auf dem Stand C22 in Halle 1.1 wird gezeigt, wie aus land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen ein vollsynthetischer Kraftstoff erzeugt werden kann, dessen Qualität nach Angaben der Forscher weit über der anderer Biokraftstoffe und selbst von Mineralölprodukten liegt.
Synthesekraftstoffe – auch BtL-Kraftstoffe genannt (Biomass to Liquids) – können die Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen und die Menge an gesundheits- und klimaschädlichen Verbrennungsrückständen verringern, ohne den CO2-Gehalt in der Atmosphäre zu erhöhen.
In einem ersten, dezentralen Schritt wird die Biomasse durch eine so genannte Schnellpyrolyse in ein transportfähiges flüssiges Zwischenprodukt hoher Energiedichte (bioliqSynCrude) umgewandelt und kann so über größere Strecken zu Großanlagen zur Synthesegas- und Kraftstofferzeugung transportiert werden. Haupteinsatzstoff für das Verfahren ist trockene Biomasse wie Getreidestroh, Heu, Restholz, Baumschnitt, Rinde oder auch Papier und Pappe. Durch diese breite Palette von land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen und die Möglichkeit der Ganzpflanzennutzung könne eine Menge erzeugt werden, die weit über dem der Biokraftstoffe der ersten Generation, Biodiesel und Bioethanol, liege.
Nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) könnten bis 2015 schon 15 Prozent des Kraftstoffbedarfs für den Verkehr in Deutschland durch die Reststoffe aus Biomasse gedeckt werden. Eine Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion bestehe dabei nicht. (ggo)