Partikelfilter-Krise: Droht GAT die Insolvenz?
- Gernot Goppelt
Nach einem Bericht der Branchenzeitschrift „Automobilwoche“ droht dem Hersteller von Nachrüst-Partikelfiltern GAT die Zahlungsunfähigkeit, wenn „geprellte Kunden“ den Rückbau ihrer umgerüsteten Fahrzeuge fordern. Nach Schätzungen des Deutschen Kfz-Gewerbes (ZDK) betrügen die Kosten für den Rückbau pro Fahrzeug rund 1000 Euro, selbst bei nur 20.000 Filtern würde die GAT unter dieser Finanzlast zusammenbrechen.
Die Deutsche Umwelthilfe schätzt, dass insgesamt 60.000 unwirksame Filter verbaut wurden. Sie war es auch, die mit ihrer Kritik den Stein entscheidend ins Rollen gebracht hatte. Das Kraftfahrbundesamt schließlich hatte mehreren Nachrüstfiltern die Zulassung entzogen, nachdem sich in einer Nachprüfung herausstellte, dass sie tatsächlich nicht die versprochene Filterwirkung erbringen.
Außer GAT könnte laut Bericht auch der Hersteller Tenneco betroffen sein, der ebenfalls GAT-Filter vertrieben hatte und zudem der Hersteller Bosal. GAT hat laut Automobilwoche bereits 10 von 100 Mitarbeitern im Werk Eisenach gekündigt, die übrigen Angestellten arbeiten demnach in Kurzarbeit.
Sollte es zur Insolvenz von GAT kommen, bliebe das Problem an den Werkstätten hängen, denn in der Kette der Produkthaftung könnten sie gegenüber GAT keine Ansprüche mehr geltend machen. (ggo)