Bundesregierung erhebt neue Daten über Autobahn-Tempo

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Von
  • ssu

Die Bundesregierung will ein neues Netz von Geschwindigkeitsmessstellen entlang der Autobahnen errichten, das eine unmittelbare Hochrechnung der Messergebnisse auf das gesamte Autobahnnetz ermöglicht. Dies geht aus einer nun veröffentlichten Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage von Bundestagsabgeordneten von Bündnis 90/Die Grünen hervor. Die Einrichtung des Mess-Systems werde derzeit in Abstimmung mit den Bundesländern vorbereitet.

Aufgrund der gestiegenen Fahrleistungen ließen sich frühere Messergebnisse und Berechnungsmethoden nicht auf die heutigen Verkehrsverhältnisse übertragen, teilt die Bundesregierung weiter mit. Von 1982 bis 1992 hatte die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt) Pkw-Geschwindigkeiten an „einigen wenigen Bundesautobahnabschnitten erhoben, auf denen eine weitestgehend freie Geschwindigkeitswahl möglich war“. Diese Werte könnten jedoch nicht als Durchschnittsgeschwindigkeit verallgemeinert werden. Modellrechnungen zufolge betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit von Pkw auf Autobahnen in den alten Bundesländern im Jahr 1992 stolze 120 km/h.

Mit ihrer Anfrage wollten die grünen Abgeordneten außerdem Gründe für eine von ihnen unterstellte Zunahme „aggressiver Verhaltensweisen auf Autobahnen“ erfahren. Doch liegen nach Erkenntnis der Bundesregierung keine wissenschaftlich fundierten Studien vor, die eine solche Tendenz belegten. Gleichwohl will die Regierung „im Rahmen ihrer Möglichkeiten“ gegen Raser und Drängler vorgehen. (ssu)