Winterkorn sieht Nachholbedarf bei Batterietechnik und sparsamen Motoren

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Von
  • Gernot Goppelt

Martin Winterkorn glaubt, dass die deutschen Autohersteller und Zulieferer rund zehn Jahre brauchen werden, bis sie den Vorsprung der japanischen Hersteller in der Batterietechnik aufgeholt haben. Das sagte der Volkswagen-Chef gestern auf dem World Mobility Forum in Stuttgart. Es ärgere ihn, dass Deutschland einmal führend in der Batterietechnik war. Diesen Vorsprung habe man ohne Not aufgegeben und hinke nun bei der Lithium-Ionen-Batterie deutlich hinterher. „Wir werden den Vorsprung in den nächsten zehn Jahren aufholen. Aber so lange wird es dauern.“

Die Frage, ob VW die Entwicklung durch Übernahme eines Batterieherstellers beschleunigen werden, verneinte Winterkorn: VW wolle keinen Hersteller übernehmen, man wolle aber die Batterietechnik verstehen, die in die Autos einbaut werde. Der Elektroantrieb habe eindeutig Priorität vor der Brennstoffzelle. Batterien seien ideal, um etwa nachts erzeugten und kaum genutzten Strom für Mobilität zu nutzen. Beim Wasserstoff gebe es dagegen noch zu viele Fragen zu Herstellung und Vertrieb des Wasserstoffs.

Erneut kritisierte Winterkorn die EU-Pläne zur Begrenzung des CO2-Ausstoßes und forderte eine Übergangsfrist. Die kurzfristige Einführung in der EU bis 2012 sei nicht zu schaffen und würde beim VW-Konzern zu Strafzahlungen von rund vier Milliarden Euro führen.

Winfried Hermann, verkehrspolitischer Sprecher von Bündnis’90/Die Grünen, fand dagegen Winterkorns Aussage kritikwürdig. „Sie gehen einfach davon aus, dass sie die Grenzwerte permanent überschreiten. Aber sie müssen alles dafür tun, diese Grenzwerte einzuhalten. Es geht nicht zu sagen: Wir bauen halt große Autos. Wer große Autos baut, muss auch viel sparen.“ Hermann forderte die Hersteller auch aus ökonomischen Gründen auf, die Autos sparsamer und damit umweltfreundlicher zu machen. Premiumfahrzeuge mit einem weiterhin hohen Benzinverbrauch würden sich nach seiner Einschätzung künftig weltweit nur noch schlecht verkaufen lassen.

Winterkorn hält allerdings auch die Autokäufer für mitverantwortlich dafür, dass spritsparende Autos wie die Drei-Liter-Fahrzeuge VW Lupo 3L und der Audi A2 von Audi kein Markterfolg wurden. „Vielleicht waren wir mit diesen Modellen zu früh auf dem Markt, heute würden beide Modelle sicher besser laufen.“ Schon jetzt sei festzustellen, dass es eine Renaissance der kleineren und verbrauchsärmeren Motoren gibt. Winterkorn: „Von 2008 bis 2009 wird sich bei uns der Anteil der kleineren Motoren fast verdoppeln.“ (ggo)