Porsche will gegen CO2-bezogene City-Maut in London angehen
- ssu
Der Zuffenhausener Autobauer will die geplanten Änderungen bei der Erhebung der Londoner City-Maut auf ihre Rechtmäßigkeit hin überprüfen. Dies berichten verschiedene britische Medien, darunter „BBC online“. Geht es nach dem Willen von Londons Bürgermeister Ken Livingstone, werden sich die Mautsätze ab kommendem Herbst vor allem am CO2-Ausstoß der Fahrzeuge orientieren. Für Pkw, die mehr als 225 g/km emittieren, wird demnach ab dem 27. Oktober eine Tagesmaut von 25 Pfund (gut 33 Euro) fällig, wenn sie in die C-Zonen in der Mitte und im Westen der britischen Hauptstadt fahren wollen. Gleiches gelte für Pkw mit über drei Litern Hubraum, die vor März 2001 zugelassen worden seien, berichtet BBC.
Demgegenüber sollen Autos mit einem CO2-Ausstoß von weniger als 120 Gramm pro Kilometer völlig von der City-Maut befreit werden, für die übrigen Pkw bleibt es bei der Maut von acht Pfund (10,66 Euro). Nach Ansicht von Porsche ist die geplante Regelung, von der etliche Varianten des 911 oder der Cayenne betroffen wären, unverhältnismäßig oder schlichtweg „ungerecht“, wie es Andy Goss, Geschäftsführer von Porsche UK, formuliert.
Porsche kündigte an, zunächst bei der Londoner Stadtverwaltung eine stichhaltige Erklärung zur Rechtmäßigkeit der neuen Mautregeln anzufordern und – falls diese ausbleibe – die Regelung gerichtlich anfechten zu wollen.
Der Verkehrsbehörde Transport for London (TfL) zufolge würden für 17 Prozent der derzeit in Londons C-Zones pendelnden Fahrzeuge 25 Pfund Tagesmaut anfallen, während lediglich zwei Prozent in den Genuss der Befreiung kämen. Nach Schätzung der TfL würde das rund 22.000 Fahrer je Tag davon abhalten, ihr Auto dorthin zu steuern. Seit der Einführung der Citymaut vor fünf Jahren sank die Zahl der täglich dort verkehrenden Fahrzeuge um 70.000 pro Tag. (ssu)