ADAC hält aktuelle Rußfilter zum Nachrüsten für wirksam und empfehlenswert [Update]

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Von
  • ssu

Die derzeit angebotenen Rußfilter zum Nachrüsten in Diesel-Pkw funktionieren "tadellos" und verringern Rußpartikel in den Dieselabgasen um nahezu die Hälfte. Das teilt der ADAC nach einem Test mit, in dem der Automobilclub Nachrüstsysteme von HJS, TwinTec, Remus und Volkswagen untersucht hat. Im Durchschnitt konnten im Test die Rußemissionen um rund 45 Prozent reduziert werden, der Ausstoß von Stickstoffdioxid sank um 30 Prozent.

Getestet hat der ADAC die neuen Produkte nacheinander in einem VW Golf 4 TDI mit 1,9 Litern Hubraum – sowohl im gesetzlichen Neuen Europäischen Fahrzyklus (NEFZ) als auch unter "realitätsnahen" Bedingungen: Nach einer 1500 Kilometer langen Stadtfahrt wurden auf dem Abgasprüfstand neben dem NEFZ auch der ADAC-Autobahnzyklus und Fahrten mit konstanter Geschwindigkeit simuliert. Eingerechnet in die Rußpartikelbilanz sei ferner der so genannte "Blow-Off". Damit ist der Effekt gemeint, dass offene Partikelfilter von Zeit zu Zeit im Filter eingelagerten Ruß herauspusten. Entwarnung geben die ADAC-Experten auch bei der Kraftstoffbilanz: Bei den Untersuchungen sei der Verbrauch lediglich um 0,05 bis 0,15 Liter pro 100 Kilometer angestiegen.

Den Anlass für die Untersuchung gaben Klagen über die mangelhafte Wirkung von Partikelfiltern zum Nachrüsten, die im vergangenen Herbst laut geworden waren. Daraufhin mussten die drei Hersteller GAT, Bosal und Tenneco die Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) für ihre Nachrüstfilter beim Kraftfahrtbundesamt löschen lassen.

Nachdem die Systene von GAT, Bosal und Tenneco die ABE verloren hatten, hieß es zunächst, dass unzureichende Filter gratis getauscht würden. Noch im Dezember kündigte Bosal für das – in wenigen Tagen zu Ende gehende – erste Quartal 2008 kostenlosen Ersatz an. GAT sah sich im Februar auf einem "guten Weg" bei der Entwicklung neuer Filter und erwartete eine ABE-Wiedererteilung für das laufende Quartal. Zuvor waren Vorwürfe laut geworden, das Gladbecker Unternemen verschleppe bewusst eine Weiterentwicklung ihrer Filter, um sich seiner Pflichten beim kostenlosen Ersatz zu entziehen.

Dass im ADAC-Test weder Filter von GAT, Bosal noch Tenneco untersucht wurden, liege daran, dass Produkte dieser Firmen entweder keine ABE besäßen oder nicht verfügbar seien und daher keine Relevanz für den Test gehabt hätten, erläuterte die Pressestelle des Automobilclubs gegenüber heise Autos.

Ursprünglich sei der Test auf Systeme von fünf Herstellern angelegt gewesen. Bis zu Testbeginn hätten jedoch keine Nachrüst-Partikelfilter der Firma Oberland-Mangold beschafft werden können. (ssu)