KBA korrigiert Zahl funktionsloser Rußfilter nach oben

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Von
  • ssu

Im Skandal um unzureichende Partikelminderungssysteme zum Nachrüsten für Diesel-Pkw gibt es mehr Betroffene als von der Bundesregierung zunächst verkündet: Nach aktuellen Angaben des Kraftfahrtbundesamtes (KBA) wurden bis zum 20. März solche Systeme in 45.237 Diesel-Autos eingebaut. Dies geht aus einem Schreiben des KBA an das Bundesverkehrsministerium hervor, das der Nachrichtenagentur dpa und der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) vorliegt. Bislang war die Bundesregierung von einer Zahl von rund 40.000 funktionsloser Systeme ausgegangen.

Dass die amtliche Statistik nach oben korrigiert wurde, verbucht die DUH als ihren Erfolg. Anfang April hatte der Verein angekündigt, gegen die Bundesregierung Untätigkeitsklage zu erheben. Der DUH zufolge habe das Bundesverkehrsministerium im laufenden Rechtsverfahren nach „mehrmonatiger Verweigerung“ inzwischen zugesagt, die von der DUH auf Grund des Umweltinformationsgesetzes (UIG) erbetenen Zulassungszahlen von Diesel-Pkw mit nachgerüsteten Partikelminderungssystemen nunmehr in vollem Umfang zugänglich zu machen.

Nach Angaben der DUH entfallen über 90 Prozent der 45.237 „Betrugsfilter“ auf Systeme von GAT (35.050 Stück) beziehungsweise ein „baugleiches“ Tenneco-System (6516 Stück). Von Bosal kommen demnach 3671 untaugliche Rußfilter.

Den Umweltschützern zufolge ist der Austausch defekter Filter „inzwischen praktisch zum Erliegen gekommen“: Offenbar existierten vertragliche Absprachen zwischen dem „hauptverantwortlichen Betrugsfilterhersteller GAT“ und der Werkstattkette A.T.U., die von allen Servicebetrieben die meisten dieser Betrugssysteme verbaut habe. Nach Darstellung der DUH erhält A.T.U. keine Rückerstattung für einen Austausch unwirksamer Filter, sofern der Austausch vor September diesen Jahres stattfindet. (ssu)