US-Kongress bewilligt verbilligte Kredite für GM, Ford und Chrysler

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Von
  • Gernot Goppelt

Der amerikanische Kongress hat nach einem Bericht des Wall Street Journal eine Finanzhilfe von 25 Milliarden Dollar für die drei großen amerikanischen Autobauer General Motors, Ford und Chrysler bewilligt. Eine grundsätzliche Zusage für die vergünstigten Kredite hatte es bereits 2007 gegeben, und zwar im Rahmen eines geplanten Energiegesetzes, nach dem der Durchschnittsverbrauch aller Pkw bis 2020 auf 35 Meilen pro Gallone sinken soll – das sind umgerechnet rund 6,72 Liter auf 100 km. Die Automobilhersteller sollen mithilfe der vergünstigten Kredite ihre zum Teil veralteten Fabriken auf die Produktion von Hybridfahrzeugen oder anderen verbrauchsgünstigen Fahrzeugen umrüsten. Noch im vergangenen August hatten die „Big Three“ gefordert, die ursprünglich bereits zugesagten Kredite von 25 Milliarden Dollar auf 50 Milliarden zu erhöhen.

Kritiker vergleichen die verbilligten Darlehen für die amerikanischen Autobauer mit den „Notbeatmungsmaßnahmen“ in der derzeitigen Wall-Street-Krise – es zeige sich wieder einmal, dass dem Steuerzahler ins Portemonnaie gegriffen werde, um einer siechenden Industrie aus der Patsche zu helfen. Befürworter argumentieren dagegen, die Kredite würden Jobs von Arbeitern (blue collar jobs) sichern und dazu beitragen, die Abhängigkeit der USA von importiertem Erdöl zu reduzieren.

Ein GM-Sprecher sagte laut Bericht, die Darlehen kämen gerade noch rechtzeitig angesichts eines schwieriger werdenden Kreditmarktes, in dem sich die Unternehmen kaum noch Geld zu annehmbaren Konditionen leihen können. Das Geld werde den Unternehmen dabei helfen, die veränderten Anforderungen der Kunden zu berücksichtigen – weg von SUVs und „Trucks“, hin zu Hybridfahrzeugen und kleineren Autos.

Nach Angaben des Energieministeriums soll in 60 Tagen entschieden werden, wer in welcher Höhe Anspruch auf Teile des Kreditpaketes hat. Eine Sprecherin des Ministeriums soll diesen Zeitrahmen jedoch als unrealistisch bezeichnet haben, mindestens sechs Monate würde es bis zu einer Auszahlung dauern, vielleicht sogar 18 Monate. Zudem fordern die Regularien, dass die Gelder nur für die Umrüstung von Fabriken verwendet werden darf, die mindestens 20 Jahre alt sind, und für Fahrzeuge, die mindestens 25 Prozent weniger verbrauchen als vergleichbare aktuelle Modelle. Mit anderen Worten, die amerikanischen Unternehmen sollen nicht nur Anschluss an die Konkurrenz finden, sondern vom Start weg deutlich bessere Produkte anbieten – Europäer und Japaner werden darauf nicht warten wollen. (ggo)