Opel und VW wünschen eine Verlängerung der Abwrackprämie

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Von
  • ssu

Zwei Schwergewichte auf dem deutschen Automarkt haben sich fast gleichzeitig dafür ausgesprochen, die Abwrackprämie zu verlängern. Zunächst dankte der Vizepräsident von General Motors Europe, Alain Visser, im Gespräch mit derhandel.de der Bundesregierung "ausdrücklich" für die Einführung der Umweltprämie. Sie sei "außergewöhnlich rasch und unbürokratisch umgesetzt" worden und und zeige im Markt ihre Wirkung.

Seine freundlichen Worte verband der GM-Manager mit der Ankündigung, eine Initiative zur Verlängerung der Umweltprämie zu starten. In einem ersten Schritt will Visser erreichen, dass das Datum des Kaufvertrags als Stichtag für die Prämienzahlung gelten soll. Nach den geltenden Förderregeln muss der Neuwagen erst zugelassen werden, bevor die Prämie beantragt werden kann – was Käufer eines Autos mit langer Lieferfrist benachteiligen würde, sollten mehr Prämien beantragt werden als Mittel zur Verfügung stehen. Opels Verkäufe an Privatpersonen seien im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat um 50 Prozent gestiegen, erläuerte Visser gegenüber dem Branchendienst. Die Nachfrage nach den Kleinwagen Agila (plus 100 Prozent) und Corsa (plus 70 Prozent) sei derart gestiegen, dass man die Kurzarbeit in den Werken Eisenach und Saragossa (Spanien) bereits habe zurückfahren können.

Auch der Vorstandsvorsitzende der Volkswagen AG, Martin Winterkorn, äußerte in der Wirtschaftswoche den Wunsch, dass die Abwrackprämie verlängert wird. Die Prämie habe das Geschäft "spürbar belebt". Winterkorn kündigte für die kommende Woche ein Gespräch mit Bundeskanzlerin Merkel an, um zu prüfen, welche Möglichkeiten es gibt, die Aktion zu verlängern und die Fördersumme von 1,5 Milliarden Euro aufzustocken. Dem VW-Chef zufolge lagen die Auftragseingänge bei VW seit Bekanntwerden der Fördermaßnahme um den Faktor 3 bis 4 über dem sonst üblichen Volumen. Vom Polo, der im Sommer von einem Nachfolgemodell abgelöst wird, hätten 40.000 Exemplare mehr als ursprünglich geplant produziert werden müssen – die angekündigte Kurzarbeit im Werk im spanischen Pamplona habe man deshalb abgesagt. "Abstrahlungseffekte" gebe es aber auch auf größere Modelle wie den Golf VI, den Scirocco und den Passat, für die VW (in Verbindung mit der Abwrackprämie) derzeit mit satten Preisnachlässen lockt.

Nach dem Beschluss der Bundesregierung soll diese Fördermaßnahme mit dem 31. Dezember diesen Jahres wieder enden, außerdem wird die "Umweltprämie" von 2500 Euro höchstens 600.000 mal an private Autokäufer ausbezahlt. Vorhersagen, wie viele Autos wegen der Abwrackprämie zusätzlich gekauft werden, gaben weder GM-Mann Visser noch der VW-Chef gegenüber der Presse ab. Visser zufolge helfe die Abwrackprämie in Deutschland, sie sei aber "ganz eindeutig nicht die Rettung aus der globalen Krise". "In zahlreichen europäischen Ländern brechen die Märkte dramatisch ein. Dort streben wir mit unserer Lobbyarbeit eine ähnliche Lösung wie in Deutschland an", kündigte Visser laut der derhandel.de an. Bereits Ende Januar wurde bekannt, dass in Österreich eine vergleichbare Verschrottungsprämie kommt, die vom 1. April bis zum 31. Dezember 2009 gewährt und jeweils zur Hälfte vom Staat und dem Automobilhandel finanziert wird. (ssu)