Schwedische Gewerkschaften fordern Abwrackprämie
- ssu
Schwedische Gewerkschaften verlangen eine Abwrackprämie nach deutschem Vorbild zur Rettung der heimischen Autoindustrie. In einem gemeinsamen Beitrag für die Zeitung Dagens Nyheter erklärten die verantwortlichen Betriebsräte und Gewerkschaftsspitzen bei den Herstellerfirmen Volvo und Saab, die Regierung in Stockholm müsse außerdem zusätzliche Steuervorteile bei Dienstwagen, steuerfreie Rabatte für den Personaleinkauf von Autos und neue Steuerbefreiungen beim Kauf von Umweltautos durchsetzen. Nur so seien die 140.000 von Schwedens Autoindustrie abhängenden Arbeitsplätze zu retten.
Als besonders gefährdet gilt der bislang zum US-Konzern General Motors gehörende Personenwagenhersteller Saab Automobile AB, der als unabhängiges Unternehmen überleben will, nachdem er Ende Februar Insolvenzantrag gestellt hatte. Der heimische Konkurrent Volvo gehört zu Ford, jedoch wurde wiederholt darüber spekuliert, dass der US-Autoriese seine schwedische Tochter zum Verkauf anbieten könnte. Die Nutzfahrzeugsparte von Volvo wird seit 1999 als selbständiges schwedisches Unternehmen betrieben. Der zweite schwedische Nutzfahrzeughersteller Scania gehört mehrheitlich zu Volkswagen.
Über den – inzwischen nachlassenden – Ansturm auf die deutsche Abwrackprämie von 2500 Euro hieß es in dem Zeitungsbericht der schwedischen Gewerkschafter: "Sie hat den Absatz um mehr als 30 Prozent angehoben." Über die Möglichkeit eines ähnlichen Systems hieß es: "Auch wenn nicht alle neuen Wagen ein Volvo oder Saab sein werden, würden unsere heimischen Hersteller wegen ihres hohen Marktanteils hier mehr als anderswo profitieren. Es ist jetzt an der Zeit, dass unsere Regierung Tatkraft zeigt." Der Absatz von Saab und Volvo ist seit Beginn der Finanzkrise je nach Markt zwischen 30 und 50 Prozent – in Einzelfällen sogar noch stärker – gesunken. (dpa) / (ssu)