Technikirrtümer: 3D-Film und Geruchskino
Kinoexperten haben immer wieder versucht, das Geschehen auf der Leinwand mit Gerüchen zu untermalen. Doch das Publikum rümpft die Nase.
(Bild: Michael Nelson/Epa/Shutterstock)
- Michael Hasenpusch
- Joseph Scheppach
Fehler fördern den Fortschritt – doch nur, wenn man aus ihnen auch etwas lernt. Technology Review hat deshalb einige Flops der Technikgeschichte ausgewählt und beleuchtet diese näher – wie die Concorde, Radium und Plowshare, Alchemie. Passend dazu folgt außerdem ein Interview mit dem Technikhistoriker Reinhold Bauer.
Getränkte Baumwolle zum Start des Geruchskinos
Am Hals jedes Zuschauers im Münchner Kino "Gloria Palast" baumelte am 30. Mai 2001 eine Art Walkman: ein 127 Gramm schweres, flaches, dunkelgraues Gerät. Es enthielt Riechstoffkartuschen für 64 Gerüche sowie eine Heizkammer. Aus ihr stiegen, per Funk gesteuert, parallel zum 15-Minuten-Film "One Day Diet" Gerüche in die Nase. Von der Presse kam Lob, doch das Publikum zeigte sich bestenfalls amüsiert. Der "Sniffman" der Münchner Firma Ruetz, entwickelt mit der France Telecom, blieb ein Prototyp – und der vorerst letzte Versuch, ein Kino für wirklich alle Sinne zu verwirklichen.
Bereits 1906 hängte der Kinobesitzer Samuel Rothafel in Rosenessenz getränkte Baumwolle während der Übertragung vor einen Ventilator. Doch eine auf die Filmhandlung abgestimmte Beduftung setzte erst 1939 ein: Der Schweizer Erfinder Hans E. Laube präsentierte auf der Weltausstellung in New York ein Verfahren namens "Odorated Talking Pictures" (OTP). 32 verschiedene Gerüche breiteten sich, auf ein Signal auf der Tonspur hin, im Zuschauerraum aus – mittels Plastikleitungen, die an die Kinosessel angeschlossen waren.
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