Popkomm: Musik im digitalen Abo

Die beiden Unterhaltungsriesen Vivendi Universal und Sony wollen in etwa vier Wochen ihre gemeinsame Musikplattform Pressplay starten.

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Von
  • Patrick T. Neumann
  • dpa

Die beiden Unterhaltungsriesen Vivendi Universal und Sony wollen in etwa vier Wochen ihre gemeinsame Musikplattform Pressplay starten. "Die Zukunft der Musik liegt im Internet", sagte Jean-Marie Messier, Chef von Vivendi Universal, auf der Musikmesse Popkomm in Köln. "Wir wollen Vorreiter sein auf dem Weg zur digitalen Lieferung von Musik".

Für einen festen Beitrag sollen sich die Nutzer der gemeinsam mit Microsoft entwickelten Plattform ihre Musiktitel aus dem Internet herunterladen oder auch im Streaming-Verfahren online anhören können. Weitere Einzelheiten wie etwa Preise oder die Zuverlässigkeit des Schutzes vor Online-Piraterie nannte Messier nicht. Ebenso bedeckt halten sich die drei anderen großen Plattenfirmen BMG, EMI und Warner Music, die gemeinsam mit dem Microsoft-Konkurrenten RealNetworks bald ihre eigene gemeinsame Plattform Musicnet starten wollen.

Es gibt allerdings einen gemeinsamen Nenner aller Beteiligten: Ein funktionierendes Musikangebot müsse alle verfügbaren Titel beinhalten und dürfe sich nicht auf die Stücke nur einer oder weniger Plattenfirmen beschränken. Das sei auch das Erfolgsgeheimnis der ehemals illegalen Musiktauschbörse Napster gewesen. Messier glaubt an das Internet als "Wachstumsmaschine für die Musikindustrie". Er zitierte eine Studie des Unternehmens Jupiter Media Metrix, wonach die Umsätze im Online-Handel in den USA in den kommenden fünf Jahren von 1 auf 6 Milliarden Dollar (mehr als 12 Milliarden Mark/6,1 Milliarden Euro) steigen sollen. "Das Internet ist ein neuer Vertriebskanal", den die Musikindustrie endlich effektiv nutzen müsse, meinte er. "Wir wollen mehr Menschen einen besseren Zugang zu mehr guter Musik verschaffen. Das ist genau das, was das Internet leisten kann." (Patrick T. Neumann/dpa) (dwi)