EU: AusstoĂź der schlimmsten Luftschadstoffe ist 2018 etwas gesunken

Die Emissionen der fünf schädlichsten Verunreiniger wie Feinstaub, Stickoxide (NOx) und Ammoniak sind laut der Europäischen Umweltagentur leicht zurückgegangen.

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Luftverschmutzung, Ruhrgebiet

(Bild: Foto-RaBe, gemeinfrei (Creative Commons CC0))

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Die Europäische Umweltagentur (EUA) hat am Donnerstag ihren jährlichen Emissionsbericht veröffentlicht, den sie im Rahmen der UN-Luftkonvention erstellt und auch an die Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) übermittelt. Mit der Bestandsaufnahme sieht die Behörde den "allgemeinen Trend stetiger, aber langsamer Fortschritte der EU-Mitgliedstaaten" einschließlich des mittlerweile ausgeschiedenen Großbritanniens seit 1990 bestätigt, dass sich die Emissionen der wichtigsten in Europa vorhandenen Luftschadstoffe verringert.

Im Rahmen des Berichts überwacht die EUA insgesamt 26 Klimakiller und Umweltverunreiniger. Zwischen 2017 und 2018 sanken die Emissionen von Stickoxiden (NOx) um 4,1 Prozent, die flüchtigen organischen Verbindungen vor allem aus der Landwirtschaft (NMVOC) um 2 Prozent, Schwefeloxide (SOx) um 6,7 Prozent, Feinstaub um 3,8 Prozent, Kohlenmonoxid (CO) um 4,3 Prozent und Ammoniak (NH3) um 1,6 Prozent. Zwischen den Mitgliedstaaten gab es dabei größere Unterschiede, so kam es bei einer Reihe von Ländern auch zu erhöhten Ausstößen bestimmter Schadstoffe kam.

Deutschland wird in der Studie löblich für ein überdurchschnittlich hohes Minus bei CO- und NMVOC- und NH3-Emissionen erwähnt. Auch anderen großen EU-Staaten wie Italien und Frankreich attestieren die Verfasser hier eine vergleichsweise gute Bilanz.

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Im Jahr 2018 emittierte der Wohnungs- und Haushaltssektor, der zu den größten Verunreinigern zählt, 61 Prozent aller krebserregenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) durch unvollständige Verbrennungsprozesse in die Luft in der EU. Auf sein Konto gingen auch 51 Prozent aller primären Feinstäube und 41 Prozent aller Dioxine und Furane. Wie in den vergangenen Jahren stammten rund 93 Prozent aller NH3-Emissionen aus der Landwirtschaft.

Der StraĂźenverkehr war fĂĽr 39 Prozent aller NOx-Emissionen verantwortlich, gefolgt von der Energieerzeugung und -verteilung (16 Prozent) und den Sektoren Gewerbe, Institutionen und Haushalte (14 Prozent). Auf das Konto der Energiewirtschaft, der auch die Luftkontamination durch Kraftwerken zuzurechnen ist, gingen zudem fĂĽr 41 Prozent aller Quecksilber- und 48 Prozent aller SOx-Emissionen. Die EUA verweist darauf, dass die Zahlen die Auswirkungen des Corona-Lockdowns in diesem Jahr noch nicht berĂĽcksichtigen.

Die EU hat sich dazu verpflichtet, die fünf Hauptluftschadstoffe zwischen 2020 und 2029 langsam zurückzufahren. Für die Jahre von 2030 an bestehen ehrgeizigere Reduktionsziele. Luftverschmutzung ist laut der Agentur "das größte einzelne Umweltrisiko für die menschliche Gesundheit in Europa". Sie trage zu chronischen und schweren Krankheiten wie Asthma, Herz-Kreislauf-Problemen und Lungenkrebs bei und verkürze die Lebenserwartung. Eine schlechte Luftqualität könne auch die Vegetation und die Ökosysteme schädigen. Darüber hinaus tragen verschiedene Luftschadstoffe zum Klimawandel bei. Die EUA mahnt immer wieder verstärkte Anstrengungen an, um die Klimaziele zu erreichen.

(tiw)