Werkstattberichte: Neues aus den Fablabs und der Makerszene

Die dritte Open Health HACKademy ist vorbei, Make Your School feiert ein Maker Festival und im Oktober wird fleißig repariert.

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9/20 Werkstattberichte: Neues aus den Fablabs und der Makerszene

(Bild: Open Health HACKademy)

Lesezeit: 5 Min.
Von
  • Helga Hansen
Inhaltsverzeichnis

Von der ausziehbaren Einkaufshilfe für Rollstühle bis zu besseren Karten-Apps, die barrierefreie Fortbewegung ermöglichen, ist bei der Open Health HACKademy wieder viel entwickelt und vorgestellt worden. Diesen Monat geht es mit den Ergebnissen der Make Your School Hackathons weiter und im Oktober dreht sich wieder alles um das Reparieren.

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Der Oktober ist seit einigen Jahren die Zeit für Repair Days und das deutschlandweite Vernetzungstreffen der Reparatur-Initiativen. Durch die Corona-Pandemie müssen die Aktionen dieses Jahr allerdings digital stattfinden. Daher soll es vom 6. bis 25. Oktober eine Reihe an Webinaren und Arbeitsgesprächen im Internet geben. Acht Termine stehen bereits fest. Los geht es am 6. Oktober mit einem Gespräch darüber, wie Reparatur-Teams eigentlich zusammenarbeiten und sich organisieren. In den weiteren Arbeitsgesprächen sind die Frage, wie Selbsthilfe eigentlich funktioniert, was degrowth bedeutet sowie das Einbinden von Jugendlichen in Reparatur-Initiativen und das Recht auf Reparatur in Europa. Außerdem sind zwei Webinare geplant, die Rohstoffe in Elektronik und effizientes Reparieren beleuchten.

Im September und November starten schließlich die ersten 3D-Reparatur-Stammtische, in denen der Einsatz von 3D-Druck in Reparatur-Cafés diskutiert werden soll. Die Idee zu den Treffen stammt aus dem Projekt "3D-Druck & Reparatur", das vor einem Jahr mit einer Onlinesammlung von Ersatzteilmodellen für den 3D-Druck abgeschlossen wurde.

Auf YouTube zeigen diesen Monat Schülerinnen und Schüler ihre Projekte, die sie im Rahmen der Hackathons von Make Your School gebaut und programmiert haben. Statt nach Berlin zu fahren, kann man vom 8. bis 11. September nun zu Haus am Rechner sitzen und den Präsentationen folgen. Zu Beginn geht es in der Keynote am Dienstag, den 8., um die Frage, ob die Corona-Pandemie ein Katalysator für digitale Bildung geworden ist. Anschließend gibt es Einblicke in die Entwicklung von Remote-Hackdays, die wissenschaftliche Begleitforschung von Make Your School sowie ein Interaktives Hörspieltheater und einen Workshop mit Experimentier-Ideen, die zu Hause durchführbar sind. Am Freitag stehen schließlich die Präsentationen und die Preisverleihung auf dem Programm.

Im August ist die dritte Open Health HACKademy mit einer Online-Präsentation zu Ende gegangen. Bedingt durch die Corona-Pandemie lief der Hackathon bei dieser Ausgabe weitgehend online ab und mit neun Wochen auch deutlich länger als zuvor. Dabei arbeiteten acht Teams an unterschiedlichen Projekten, die über die Plattform MatchMyMaker vorgeschlagen wurden. Fünf davon stellten am 9. August ihre Ergebnisse vor – mit kleinen Videos und Einblicken in den Design-Prozess. Unter den Ergebnissen waren einige einfache Lösungen wie ein Saftdeckel, der Rollstuhlräder vor Verschmutzung schützt, und eine anpassbare 3D-Druckdatei, falls kein passender Deckel vorhanden ist. Umfangreicher geht es dagegen bei dem Projekt zu, das Apps für die Navigation mit Rollstühlen verbessern möchte. Das Team unterstützt inzwischen ein Forschungsprojekt der Uni Heidelberg mit einer Umfrage zu deren User Interface und will auch eine eigene App vorantreiben. Die Dokumentationen der aktuellen und früheren Projekte sind auf der Plattform Careables.org zu finden.

Interaktive, selbstgebaute Spielzeuge oder Kleidungsstücke mit blinkenden Lichtern klingen cool? Das Forschungsprojekt fem*MAD sucht Frauen zwischen 18 und 40 Jahren, die Lust haben, mit einem Arduino- oder Lilypad-Bausatz zu experimentieren und dabei an einer Studie teilzunehmen. Interessentinnen sollten zwölf Wochen Zeit haben, um mit den Bausätzen zu arbeiten und dabei ihre Erfahrungen zu dokumentieren. fem*MAD steht dabei für Female* Engagements in Making – Making a Difference; beteiligt sind etwa das Happylab und Mz. Balthazar's Laboratory aus Wien. Das Projekt will untersuchen, welche unterschiedlichen Bedürfnisse und Herangehensweisen unterschiedliche Maker haben.

1. September - 31. Oktober Aktionswoche Meet and Code online
4. September 1. Planungstreffen zur Initiative „Ein 2. Leben für euren Computer!“ Kulturzentrum Breite63, Saarbrücken-Malstatt
8. - 11. September Make Your School "Maker-Woche" online
9. - 11. September 3D Week Digital online
9. - 13. September ars electronica Linz
16. September Eröffnung Haus der Materialisierung Berlin-Mitte
25. - 27. September 3. Open Photonik Pro Make@thon
online
2. - 4. Oktober 1. Hackathon Nahverkehr Creative Hub Bremen
28. Oktober - 11. November ÜsiZUGkunft – Produktausstellung
FabLab Zug

Diese und weitere Termine stehen laufend aktualisiert in unserem Veranstaltungskalender. Dort könnt ihr auch eigene Termine eintragen. Orte zum Selbermachen in Eurer Nähe findet ihr in unserer Makerspace-Karte – dort sind auch die kommenden Maker Faires verzeichnet. Haben wir etwas übersehen? Dann freuen wir uns über Hinweise. (hch)