Statistik der Woche: Was Lebensmittel wirklich kosten
Umweltbelastungen durch die Nahrungsmittelproduktion werden häufig nicht mitbezahlt. Neue Daten erheben dies, wie unsere Infografik zeigt.
- Mathias Brandt
Rund elf Prozent der Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland entfallen auf Nahrungsmittel und Getränke. Damit sind Lebensmittel in Deutschland billiger als im EU-Durchschnitt, wie die Infografik von Statista und Technology Review zeigt.
Einer Studie der Universität Augsburg zufolge müssten die Kosten indes deutlich höher ausfallen. "How much is the dish – was kosten uns Lebensmittel wirklich?" evaluiert die „versteckten Kosten“ der deutschen Landwirtschaft, die durch drei maßgebliche Umweltbelastungen – Stickstoff, Treibhausgas-Emissionen und Energieverbrauch – bei der Produktion von Lebensmitteln entstehen." Demnach müssten beispielsweise konventionell hergestellter tierische Produkte auf Erzeugerebene dreimal so teuer sein.
Aber auch die Biolandwirtschaft, würde sich dann deutlich verteuern. Wie sich das konkret auf die Verbraucherpreise auswirkt zeigt das Beispiel konventionelle Milchprodukte. Laut Studie kostet hier das Kilogramm derzeit 0,80 Euro - mit externen Kosten wären es dagegen 1,05 Euro.
"Für viele negative Klima-, Umwelt- und Gesundheitsfolgen, die sich aus der Produktion von Lebensmitteln ergeben, kommen aktuell weder die Landwirtschaft noch die Konsumenten auf", so Dr. Tobias Gaugler von der Universität Augsburg.
Und weiter: "Die hiermit verbundene Preis- und Marktverzerrung stellt – ökonomisch gesprochen – eine Form von Marktversagen dar, der es mit wirtschaftspolitischen Maßnahmen zu begegnen gilt."
(bsc)