c't angezockt: Karibikhandel mit Port Royale 4

Rum, Tabak & Piraten: Port Royale 4 schickt Spieler in den Karibikhandel des 16. und 17. Jahrhunderts. c't zockt hat die Wirtschaftssimulation angespielt.

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Port Royale 4
Lesezeit: 3 Min.
Von
  • Christoph Böttcher

Geld verdienen heißt das oberste Gebot in Port Royale 4: Als Gouverneur einer noch kleinen Kolonie in der Karibik des 17. Jahrhunderts kauft man günstig Kleidung, Bier und Obst in der richtigen Stadt, verlädt es in den eigenen Schiffskonvoi und schippert dann die Küste entlang, bis man einen Ort gefunden hat, wo sich diese Waren gewinnbringend verkaufen lassen. Wenn man schon mal da ist, kauft man für wenig Geld Holz und Möbel und sticht erneut in See. Mit etwas Glück und Geschick wird aus der anfangs kleinen Siedlung schließlich ein profitables Handelsimperium mit ertragreichen Produktionsketten und komplexen Handelsrouten.

Der Warenhandel ist denn auch das Kernstück von Port Royale 4, der Wirtschaftssimulation der Gaming Minds Studios aus Gütersloh. So kleinteilig wie zu Beginn bleibt es nicht: Mit insgesamt 60 Städten nimmt das Mikromanagement schnell überhand, daher können Konvois auf automatisierte Handelsrouten geschickt werden. Dabei kaufen sie automatisch Waren günstig ein, in der Regel an den jeweiligen Produktionsorten, und verkaufen sie in Städten, die diese nicht selbst produzieren. Aber nie zu viel, denn sonst bricht die Nachfrage ein. Auch in der Karibik des 16. Jahrhunderts dominiert der Kapitalismus.

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Preise und Mengen der Waren lassen sich auch manuell einstellen, falls einem die Automatik da zu ungenau ist. Das kann praktisch sein, wenn eigene Betriebe in den Städten stehen, an denen der Schiffskonvoi vorbeikommt, denn auch deren Bedürfnisse müssen gedeckt werden. Gleichzeitig muss man darauf achten, das die Preise nicht verfallen. Hier kann man beliebig an den Stellschrauben drehen.

Eine friedliche Gegend war die Karibik jener Epoche beileibe nicht. Neben Piraten bedrohten auch Freibeuter, die im Namen der Krone Handelskonvois feindlicher Nationen angriffen, den Handel. Wer will, kann aus deren Perspektive spielen und fĂĽr Spanien, England, Frankreich und die Niederlande ins Feld ziehen.

Die Schiffe der eigenen Kolonie klappern die festgelegte Handelsroute ab. Eine kleine Karte rechts unten zeigt die Route.
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Kämpfe zwischen den Konvois werden in rundenbasierten Seeschlachten auf einem Hexfeld ausgetragen. In jeder Runde bewegen die Kontrahenten abwechselnd ihre Schiffe, feuern Breitseiten mit ihren Kanonen ab und versuchen Entermanöver. Dazu kommen Spezialfähigkeiten von Flotte und Kapitän. Wer sich um Kämpfe hingegen nicht kümmern möchte, lässt die KI das Ergebnis einfach auswürfeln. Alternativ regelt man Auseinandersetzungen per Handel – Konvois ohne Kampfschiffe kämpfen nicht, sondern bestechen die Angreifer mit einem Teil ihrer Fracht.

Wer kein Interesse an Zahlen und Warenketten hat, sollte einen Bogen um Port Royale 4 machen. Auch Anno-Fans, die gern schöne Städte bauen, werden am rudimentären Aufbauteil der Wirtschaftssimulation wenig Freude haben. Hier optimiert man stattdessen Handelsrouten und baut ein Wirtschaftsimperium in der Karibik auf.

Einsteiger in das Genre der Wirtschaftssimulation können sich mit Port Royale 4 hingegen in eine schön präsentierte Karibik wagen. Erste Gewinne sammelt der Spieler schnell ein, mit steigender Zahl der bedienten Handelsstädte nimmt aber auch die Komplexität zu.

Der vierte Teil der Port-Royale-Serie ist seit dem 25. September 2020 fĂĽr PC (Steam, rund 50 Euro), Playstation 4 und Xbox One (rund 60 Euro) verfĂĽgbar.

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(cbo)