Erstmals seit 2018: Bitcoin kurzzeitig wieder über 16.000 US-Dollar
Mal wieder to the moon? Die Kryptowährung Bitcoin hat im Oktober und November ein Kursfeuerwerk hingelegt und nähert sich wieder alten Höchstständen.
(Bild: mk1one/Shutterstock.com)
Die Kryptowährung Bitcoin nimmt weiter Kurs auf vergangene Rekordhöhen: Erstmals seit 2018 war das Digitalgeld wieder mehr als 16.000 US-Dollar wert – wenngleich der Kurs kurz danach auch gleich wieder absackte. Der Dienst Coinmarketcap zählt zur Stunde einen Durchschnittspreis von 15.860 US-Dollar an den Handelsplätzen.
Zuletzt war die Währung um den Jahreswechsel 2017/18 derart hoch im Kurs. Im Zuge eines Kryptobooms kletterte sie im Dezember 2017 bis auf fast 20.000 US-Dollar, worauf dann ein harter Kursrutsch folgte und die Preise im Laufe des Jahres 2018 auf Tiefstwerte um 3400 US-Dollar absackten. 2019 ging es mit deutlicher Erholung weiter bis auf rund 11.000 US-Dollar und ab der Jahresmitte dann wieder gen Süden mit Kursen um die 7000 US-Dollar.
30 Prozent Plus im Oktober
Ein Aufschwung Anfang dieses Jahres wurde dann wohl vor allem durch die Coronakrise gebremst, die nicht nur die konventionellen Finanzmärkte hart traf und den Bitcoin im März teilweise auf unter 5000 US-Dollar trieb. Doch seitdem geht es wieder bergauf und seit Anfang Oktober zeigt der Kursverlauf steil nach oben – allein in dem Monat lag der Zugewinn bei 30 Prozent. Wie lange das so weitergeht, ist wie immer völlig offen – Einstieg auf eigenes Risiko.
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Eine Nachricht, die den aktuellen Kursrausch begünstigt haben könnte, ist der Einstieg Paypals in die Kryptowelt. Zusammen mit dem Dienstleister Paxos bietet Paypal bislang nur US-Kunden noch relativ eingeschränkte Möglichkeiten, das Kryptogeld zu kaufen und zu verwahren – aber die Ausweitung des Dienstes auf andere Länder sowie die Nutzung des Kryptogelds für Käufe sind bereits angekündigt.
Bitcoin, Gold oder beides?
Allerdings ist das vor allem ein Endnutzer-Thema – wesentlich für den Kurs dürfte auch das immer weiter zunehmende Interesse der Profi-Investoren am Kryptogeld sein. Analysten sehen unter anderem die Suche nach Anlage-Alternativen außerhalb des Niedrigzinsumfeld als einen möglichen Grund für den derzeitigen Kryptoboom. Dazu käme durch die gewaltigen Corona-Hilfsprogramme der Regierungen auch zusätzliche Liquidität in die Finanzmärkte – und die suchen nun nach Rendite.
So ließ etwa der US-Hedgefonds-Milliardär Stanley Druckenmiller am Montag gegenüber dem US-Sender CNBC durchblicken, dass er neben Gold auch Bitcoin als Schutz gegen US-Dollar-Abwertung interessant finde. Vor allem seien es Investoren der Millenial-Generation, die Bitcoin gegenüber Gold bevorzugten, analysierte die US-Großbank JP Morgan. Auch Krypto-Investmentvehikel wie der Grayscale Bitcoin Trust erzielten Rekordzuflüsse.
Auch Ethereum klettert hoch
Ein Argument für aktuellen Boom, das auch immer in der Kryptogeldszene genannt wird: Im Mai des Jahres hat sich die Belohnung, die Miner für einen frischerzeugten Block in der Blockchain erhalten, von 12,5 auf 6,25 Bitcoin halbiert. Was heißt, dass das Angebot an neuen Bitcoins immer langsamer wächst – woraus mancher den Umkehrschluss zieht, dass die vorhandenen Einheiten des Bitcoin an Wert gewinnen. Die Geldmenge ist auf 21 Millionen Einheiten begrenzt.
Neben dem Klassenprimus Bitcoin trieb es auch andere Kryptowährungen wie etwa Ethereum nach oben. Die Währung legte laut Coinmarketcap allein in dieser Woche um rund 14 Prozent Prozent zu, ein Ether ist demnach derzeit 460 US-Dollar wert. Hier könnte auch der nahe Umstieg von der Blockerzeugung durch Proof-of-Work zu Proof-of-Stake den Kurs angetrieben haben – Nutzer sollen mit Kryptogeldeinsatz zu Validatoren des Ethereum-Netzwerks werden und dafür eine Art Kryptozins erhalten. Zu alten Spitzenkursen über 1000 US-Dollar während des Kryptobooms 2017/18 konnte Ethereum aber noch nicht aufschließen.
(axk)