Malaysia setzt auf "intelligenten" Personalausweis

Der digitale Fingerabdruck zur Personenidentifizierung soll jetzt in Malaysia offiziell eingefĂĽhrt werden - in dieser Form weltweit zum ersten Mal.

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Von
  • Eckhard Paul

Der digitale Fingerabdruck zur Personenidentifizierung soll jetzt in Malysia offiziell eingeführt werden – in dieser Form weltweit zum ersten Mal. Die so genannte Government Multipurpose Card (GMPC) sieht aus wie eine ganz "normale" Scheckkarte und trägt als zentrales Element einen Chip, der auch die biometrischen Daten des Besitzers gespeichert hat.

Die neue Multifunktionskarte kommt als "eierlegende Wollmilchsau" daher – sie ist mit Kreditkartenfunktion ausgestattet, dient als Führerschein, trägt die medizinischen Daten des Eigners und lässt ihn, wenn gewünscht, über ein Public-Key-Verfahren am E-Commerce teilnehmen. In der Einführungsphase ist der neue "Kombi-Ausweis" nur als Option vorgesehen. Wer als malaysischer Staatsbürger jedoch erstmalig einen Ausweis beantragt oder den Verlust seiner Papiere zu beklagen hat, der erhält ausschließlich die Plastikkarte. Auch Personen mit ständigem Wohnsitz in Malaysia zählen zu dem Kreis der Auserwählten.

Vor dem Hintergrund der aktuellen weltweiten Thematik zur Verbesserung von Identifikationssystemen und Personenüberwachungsmaßnahmen erscheint dieser elektronische Personalausweis aber auch nicht als vollkommene Lösung. Mit entsprechender krimineller Energie läßt sich beinahe jedes System aushebeln, wenn hier auch ein etwas größerer Aufwand betrieben werden muß als bei herkömmlichen Papieren. Abgesehen von der Diskussion um die Fälschungssicherheit des neuen Ausweises taucht die Frage auf, ob der Besitzer möglicherweise seine Identität verliert, wenn er sich am authentifizierten Finger verletzt hat. (ecp)