"Cyberpunk 2077" auf Xbox One und Series X: Vergleichsvideo wirft Fragen auf

CD Projekt hat ein Video mit Xbox-Material von "Cyberpunk 2077" veröffentlicht. Darin Unterschiede zwischen One X und Series X zu erkennen, ist aber schwierig.

In Pocket speichern vorlesen Druckansicht 64 Kommentare lesen

(Bild: CD Projekt)

Lesezeit: 4 Min.

Nachdem in vorherigen Trailern ausschließlich PC-Material zu sehen war, hat Entwickler CD Projekt Red nun erstmals ein Video mit Konsolen-Gameplay zu "Cyberpunk 2077" veröffentlicht. Darin zeigt CD Projekt das Action-Rollenspiel auf der Xbox One X und der Xbox Series X. Offenbar handelt es sich bei dem Video um eine Kooperation mit Microsoft: Die Playstation wird schlicht mit der Bezeichnung "andere Konsole" unter den Tisch gekehrt. "Cyberpunk 2077" erscheint am 10. Dezember gleichzeitig für PC, Xbox und Playstation.

Spannend ist das neue Gameplay-Video zu "Cyberpunk 2077" vor allem wegen des Vergleichs zwischen der Xbox One X und der neuen Xbox Series X. Genau diesen gestaltet CD Projekt allerdings schwierig: Das Video springt jedes Mal zu einer neuen Szene, wenn das Gameplay-Material von einer zur nächsten Konsole umgeschaltet wird. Entsprechend ist es kaum möglich, einen direkten Vergleich zu ziehen.

Empfohlener redaktioneller Inhalt

Mit Ihrer Zustimmmung wird hier ein externes Video (Kaltura Inc.) geladen.

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen (Kaltura Inc.) übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Dazu kommt, dass CD Projekt das Video lediglich in FullHD-Auflösung bereitgestellt hat, obwohl beide gezeigten Xbox-Konsolen eigentlich 4K-Auflösung anvisieren sollten. Die vorherigen "Cyberpunk 2077"-Videos, die alle ausschließlich PC-Material zeigten, hatte CD Projekt dagegen auch in 4K-Auflösung hochgeladen. Das Xbox-Video wird außerdem lediglich in 30 FPS dargestellt – noch ist unklar, ob das Spiel zum Release auch einen 60-FPS-Modus unterstützen wird. Überhaupt enthält das Video keinerlei handfeste Informationen zu den Unterschieden zwischen Current- und Next-Gen-Konsolen.

Der Trailer erweckt daher den Eindruck, als würde CD Projekt den Vergleich zwischen Xbox One X und Xbox Series X absichtlich vernebeln. Eine mögliche Erklärung: Zum Start am 10. Dezember wird noch kein Optimierungspatch für die neue Konsolengeneration zur Verfügung stehen. Das könnte bedeuten, dass das Shooter-RPG auf der Series X und der PS5 erst einmal genau so aussieht wie auf den Vorgänger-Konsolen – wie es auch bei anderen Spielen, die nicht für PS5 und Series X angepasst wurden, der Fall ist. Der Patch erscheint laut CD Projekt erst 2021, aussagekräftige Vergleiche zwischen den Konsolengenerationen sind wohl erst nach Veröffentlichung möglich.

Ein Vorteil der neuen Konsolen, den auch Spiele ohne Optimierungspatch schon ausnutzen können, sind stabilere Bildraten: Weil die Hardware stärker ist, erreichen Spiele innerhalb der vorgesehenen Begrenzung mehr Bilder pro Sekunde. Wenn beispielsweise ein auf 30 FPS ausgelegtes Spiel auf der One-Generation ab und zu absackt, dann könnte es auf der Series X auch ohne Patch die 30 FPS stabil halten. Beim Test der PS5 hat heise online das beispielsweise im 60-FPS-Modus von Dark Souls 3 festgestellt. Denkbar ist aber auch, dass CD Projekt zum Start einen 60-FPS-Modus einbaut, den die neuen Konsolen ohne zusätzliche Optimierung ausnutzen können.

Was das Xbox-Video bereits zeigt: Eine durchgängig stabile Bildrate scheint zumindest die One X nicht halten zu können. Gerade in Gefechtsszenen mit Ballerei-Effekten und Explosionen sackt die Bildrate im Video sichtbar ab (zum Beispiel an der Stelle nach 7:45 Minuten). Hier könnte die Series X möglicherweise ein paar mehr Bilder pro Sekunde liefern. Komplett unterschlägt CD Projekt noch die Standard-Variante der Xbox One, die deutlich schwächer ist als die One X. Hier müssen Spieler mit erheblichen Grafik-Kompromissen rechnen. Schon beim gezeigten Material auf One X und Series X wirken beispielsweise die Gesichter vieler NPCs etwas leblos.

Als Release-Termin für "Cyberpunk 2077" nennt CD Projekt derzeit den 10. Dezember. Der Launch des heiß erwarteten Rollenspiels der "Witcher 3"-Entwickler wurde in den vergangenen Monaten mehrfach verschoben, zuletzt im Oktober. Für die Entwickler bedeutet der Release-Stress eine außerordentliche Belastung: Obwohl die Studio-Chefs dem "Crunch" ursprünglich eine Absage erteilt hatten, häufen einige Angestellte Medienberichten zufolge seit Monaten zahlreiche Überstunden an und müssen an Wochenenden arbeiten.

(dahe)