Bertelsmann: Keine Übernahme von Chinas größter Literatur-Website (Update)
Nach einem Zeitungsbericht wollte der Medienkonzern die größte chinesische Literatur-Website kaufen und seine Expansion im Verlagswesen Chinas voranbringen.
Nach einem chinesischen Zeitungsbericht will der Medienkonzern Bertelsmann die größte chinesische Website für Literatur kaufen und damit seine Expansion im Verlagswesen Chinas voranbringen. Der Erwerb der Website Rongshu.com durch Bertelsmann könnte innerhalb der kommenden zehn Tage abgeschlossen werden, berichtete die Zeitung Shanghai Daily unter Berufung auf einen Vertreter der chinesischen Firma.
Bertelsmann hat bislang in China keine eigene Lizenz für die Veröffentlichung von Büchern und ist daher auf die Zusammenarbeit mit einheimischen Verlagen angewiesen. Der Vorrat an Literatur bei Rongshu.com sei attraktiv für den Konzern, der die Werke in einem eigenen Verlag herausbringen wolle, zitiert nun Shanghai Daily einen Vertreter von Bertelsmann, der nicht namentlich genannt werden wollte. Der Medienkonzern Bertelsmann will zudem in den chinesischen Markt für Fernsehen, Rundfunk und E-Commerce einsteigen; Bertelsmann habe bereits mit hochrangigen Vertretern der zuständigen Staats- und Parteigremien Chinas über den Zugang zum Medienmarkt des Landes beraten, sagte Thomas Middelhoff, Vorstandsvorsitzender von Bertelsmann, vor wenigen Tagen.
Rongshu.com veröffentlicht literarische Werke, hat zahlreiche Verlagshäuser, Autoren und Medien unter Vertrag. Als Kaufpreis für die Website wurde eine Million Yuan genannt, umgerechnet rund 137.700 Euro. Bertelsmann ist in China bereits mit dem Buchclub und dem Internetvertrieb Bol.com vertreten.
Mittlerweile hat Bertelsmann den Zeitungsbericht von Shanghai Daily zurückgewiesen. "Bertelsmann hat nicht die Absicht, Rongshu.com zu übernehmen", sagte ein Bertelsmann-Sprecher am Donnerstagnachmittag. Der Gütersloher Konzern kooperiert bereits seit langem mit dem chinesischen Anbieter bei Buchtiteln und einem Literaturpreis. Beim Buchclub strebt das Medienunternehmen eine Expansion der bisher 1,5 Millionen Mitglieder in Schanghai an. (dpa) / (jk)