Warnung an Apple TV+: Mehr europäische Inhalte oder Streaming-Stopp
Apple müsse die vorgeschriebene Quote erfüllen, sonst drohe das Aus in Europa, meint eine irische Ministerin. Das gilt auch für andere Streaming-Dienste.
(Bild: dpa, Tony Avelar/AP)
Apple soll den Anteil europäischer Produktionen in seinem Streaming-Dienst TV+ erhöhen. Mindestens 30 Prozent der Inhalte von TV+ müssen künftig aus europäischer Produktion stammen, sonst werde die irische Regierung den Dienst europaweit abstellen, erklärte die irische Medienministerin Catherine Martin zur Vorstellung einer überarbeiteten Vorlage eines Gesetzes über Online-Sicherheit und Medienregulierung, wie lokale Medien berichten.
30 Prozent des Programms aus Europa
Irland will die EU-Richtlinie für audiovisuelle Medien nun in nationales Recht aufnehmen. Sie schreibt vor, dass 30 Prozent der Programminhalte von Fernsehsendern und Streaming-Anbietern europäisch sein müssen. Die 2018 erlassene Richtlinie gilt also auch für andere in Europa tätige Streaming-Anbieter wie Netflix und Disney+ – wobei Netflix diese Quote vermutlich erfüllen kann, Disney+ aber ebenso wie TV+ weit davon entfernt sein dürften. Britische Produktionen sollen auch nach dem Brexit weiter als europäisch gelten, heißt es aus Irland.
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Die Gesetzesvorlage folgt dem Herkunftslandprinzip, sodass jeder in Irland ansässige Dienst auch durch Irland für die ganze EU reguliert werden kann, wird im Frage- und Antwort-Teil betont. Apples Mediendienste, darunter TV+, gehören zu Apple Distribution International mit Sitz im irischen Cork.
Ein Jahr Apple TV+
Apple TV+ ist inzwischen ein Jahr alt, der Dienst startete unmittelbar in rund 100 Ländern, auch europäische Länder sind abgedeckt. Im Unterschied zu den Konkurrenten setzt Apple nahezu ausschließlich auf eigene Inhalte, die exklusiv eingekauft oder selbst produziert werden.
Bislang ist lediglich eine britische Serie im insgesamt noch kleinen Angebot, das weitestgehend aus US-Produktion stammt. Apples Serienumsetzung der Foundation-Trilogie gilt bislang größte Filmproduktion des Landes, beteiligt ist auch eine irische Produktionsfirma – neben einer US-amerikanischen. Ob Apple weitere europäische Inhalte plant, bleibt unklar – eine Stellungnahme des Unternehmens liegt bislang nicht vor.
(lbe)