Siemens, Nokia, Ericsson - Milliardenaufträge aus den USA
Cingular Wireless, zweitgrößter Mobilfunkbetreiber in den USA, setzt künftig ganz auf den Mobilfunkstandard GSM und ordert die Technik in Europa.
Cingular Wireless, mit 21 Millionen Kunden der zweitgrößte Mobilfunkbetreiber in den USA, setzt künftig ganz auf den Mobilfunkstandard GSM (Global System for Mobile Communications). Das berichtet die New York Times in ihrer neuesten Ausgabe. Nach Insider-Informationen aus dem Konzernumfeld gibt Cingular Wireless heute die Vergabe von Fertigungsaufträgen in Höhe von drei Milliarden US-Dollar an die europäischen Kommunikationsausrüster Nokia, Ericsson und Siemens bekannt. Die milliardenschweren Orders sollen sowohl Mobiltelefone als auch die nötige Netzinfrastruktur umfassen.
Im Frühjahr hatte Cingular Wireless, ein Gemeinschaftsunternehmen von SBC Communications Inc. (60 Prozent) und der BellSouth Corporation (40 Prozent), bekannt gegeben, dass man künftig verstärkt auf die GSM-Technik setze. In den US-Bundesstaaten Kalifornien, Nevada und Washington unterhält Cingular Wireless schon seit geraumer Zeit eigene GSM-Netze. Unklar war bisher eigentlich nur, welcher nordamerikanische Telekommunikationskonzern den Zuschlag für den Ausbau erhält. Für kränkelnde Unternehmen wie Lucent Technologies und Nortel Networks bedeutet Cingulars pro-europäische Entscheidung daher erneut einen schweren Schlag ins Kontor.
Zuvor hatte schon VoiceStream, eine US-Tochter der Deutschen Telekom, beim schwedischen Kommunikationsausrüster Ericsson Mobilnetz-Hardware im Wert von 150 Millionen US-Dollar bestellt, um das bestehende GSM-Mobilfunknetz weiter auszubauen. Zudem soll das Netz mit dem schnellen GSM-Datenfunkverfahren EDGE (Enhanced Data rate for GSM Evolution) ausgerüstet werden. Eine Absichtserklärung über die gemeinsame Nutzung ihrer Netze hatten Cingular Wireless und VoiceStream Anfang des Monats unterschrieben. Für Cingular bedeutet die Gemeinschaft mit VoiceStream vor allem die Erschließung der Region um die Metropole New York City, wo man bisher nur rudimentär vertreten war. (pmz)