SIM-Karte für Geflüchtete

Ein Geflüchteter, den ich untersütze, möchte einen Mobilfunkvertrag abschließen. Leider kann er das in Deutschland nicht. Wie kann ich ihm helfen?

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Ich unterstütze ehrenamtlich einen Geflüchteten, der derzeit auf Duldungsbasis in Deutschland lebt. Er möchte einen Mobilfunkvertrag abschließen, das klappt aber nicht: Man erklärte ihm, er habe nicht die erforderliche Bonität. Nun hat er mich um Hilfe gebeten. Gibt es vielleicht ausländische Provider, bei denen er einen Vertrag bekommen könnte?

Ohne die entsprechende Bonität dürfte es schwierig bis unmöglich sein, einen Laufzeitvertrag mit einem deutschen Provider abzuschließen. Ein Angebot aus dem EU-Ausland dauerhaft in Deutschland zu nutzen, ist vertragsrechtlich nicht zulässig, Angebote aus Nicht-EU-Ländern sind meist unverhältnismäßig teuer.

Die beste Lösung dürfte in diesem Fall ein deutscher Prepaid-Vertrag sein. Dort wird keine Bonität geprüft, jedoch aufgrund gesetzlicher Anforderungen die Identität des Vertragspartners erfasst. Ein Aufenthaltstitel des BAMF, eine Aufenthaltsgestattung, ein Ankunftsnachweis oder ähnliche offizielle Dokumente deutscher Behörden werden für diesen Zweck von den meisten Providern anstandslos akzeptiert. Lassen Sie sich nicht von älteren anderslautenden Berichten verunsichern: Viele Prepaid-Provider haben frühere Hindernisse für Kunden mit ausländischem Pass inzwischen ausgeräumt.

Wenn Sie die Karte in einem Fachgeschäft kaufen, lassen sich mögliche Unstimmigkeiten gleich vor Ort klären. Bei online oder im Discounter erworbenen Karten besteht jedoch immer noch das Risiko, an der Identitätsfeststellung zu scheitern, etwa weil sich bestimmte Dokumentarten nicht angeben lassen.

(uma)