IBM-Supercomputer soll Petaflop-HĂĽrde nehmen
Mit einer Rechenleistung von 1000 Teraflop soll ein neuer Supercomputer von "Big Blue" die räumliche Struktur von Proteinen entschlüsseln.
Nach US-Presseberichten wollen IBM und das staatliche Oak Ridge Laboratory Simulations-Software für den künftigen Petaflop-Supercomputer entwickeln. Die Software soll den IBM-Numbercruncher mit Namen Blue Gene in die Lage versetzten, die räumliche Struktur von Protein-Molekülen zu berechnen. Dabei soll eine Rechnenleistung von rund 1000 Teraflops (1 Petaflop) erreicht werden. Wissenschaftler erhoffen sich von den Simulationen neue Aufschlüsse über biochemische Prozesse im menschlichen Körper. Dies könnte eines Tages neue Therapien ermöglichen.
IBM hatte das Blue-Gene-Projekt Ende des Jahres 1999 gestartet und mit 100 Millionen US-Dollar ausgestattet. Im Unterschied zu dem kürzlich vorgestellten auch militärisch genutzten ASCI White, der mit 12,3 Teraflops derzeit die Weltrangliste der Superrechner anführt, sollen die Blue-Gene-Technologien nach und nach den exklusiven Zirkel der Superrechner-User verlassen. "Die heutigen Supercomputer sind die Workstations von morgen", meint David McQueeny von der für das Projekt zuständigen IBM-Forschungsabteilung.
Die Traummaschine der Biochemiker, die achtzig mal schneller sein soll als der derzei schnellste Rechner, wird nicht aus einer Verschaltung konventioneller Server bestehen. Ein Petaflop-System auf dieser Basis wĂĽrde mehrere hundert Megawatt an elektrischer Leistung verbrauchen. Blue Genes Bausteine heiĂźen Zellen und werden aus Mehrfach-Prozessoren gebildet, die mit Memory und Kommunikationslogik auf einem einzelnen Chip integriert sind. (thd)