Krankenhäuser mit schlechter Patientenbetreuung im Netz
Einer Studie zufolge stellen Krankenhäuser bei der Beratung der Patienten im Internet ihre "Kunden" kaum zufrieden.
Wer als potenzieller Patient oder als Erkrankter Betreuung durch Krankenhäuser im Internet erwartet, der wird häufig enttäuscht. Die Unternehmensberatung Diebold untersuchte, wie Krankenhäuser des Medium Internet nutzen und was der Patient als eigentlicher "Kunde" davon hat. Die Studie stellt heraus, dass insbesondere die Betreuung durch E-Mail noch zu Wünschen übrig lässt.
Von 153 in der Studie berücksichtigten Krankenhäusern waren nur 24 Prozent überhaupt im Netz vertreten. Dabei begnügten sich die meisten Einrichtungen mit Minimal-Informationen wie Trägeranschrift, Adresse und Telefonnumer. Nur die Hälfte der im Netz vertretenen Einrichtungen bieten mehr. Der Studie zufolge finden sich auf 21 Prozent der Internetseiten medizinische Neuigkeiten. 15 Prozent geben Gesundheitstipps. Und nur 12 Prozent der Seiten ermöglichen ihrem Besucher eine Kontaktaufnahme per E-Mail.
Das Antwortverhalten der Krankenhäuser auf E-Mails wurde in einer zweiten Untersuchung getestet. 277 Kliniken erhielten ein Schreiben, in dem nach Operationsmethoden für einen Leistenbruch gefragt wurde. Nur etwas mehr als die Hälfte der Mails wurden überhaupt beantwortet. Von diesem Rücklauf bewertet die Studie rund 50 Prozent als brauchbar, die andere Hälfte dagegen sei entweder unvollständig oder mit zu vielen Fremdworten gespickt gewesen.
Vergleicht man die Befunde dieser Krankenhaus-Studie mit einer Untersuchung der Kundenbetreuung durch Banken per Internet, so zeigt sich eine gewisse Übereinstimmung: Von den E-Mails mit speziellen und fachbezogenen Fragen wird bestenfalls die Hälfte qualifiziert beantwortet. (chk)