Samsung: 26 Prozent mehr Gewinn durch Chips und Displays

Samsung legt 2020 ein erfolgreiches Geschäftsjahr hin – auch im vierten Quartal. Aber nicht alles läuft rund, Unsicherheiten bleiben.

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(Bild: Valeriya Zankovych/Shutterstock.com)

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Der sĂĽdkoreanische Elektronikkonzern Samsung hat im vierten Quartal seinen Gewinn um 26,4 Prozent auf 6,6 Billionen Won, etwa 4,9 Milliarden Euro, gesteigert. Wie aus dem Quartalsbericht von Donnerstag hervorgeht, stieg der Umsatz im Dreimonatszeitraum von Oktober bis Dezember 2020 im Jahresvergleich um 2,8 Prozent auf 61,55 Billionen Won.

Samsung profitiert weiterhin von den Auswirkungen der Corona-Krise. So hält die Nachfrage nach Speicherchips für Server und PCs an. Bei den Displays legte Samsung im Vergleich zum dritten Quartal zu. Für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres prognostiziert Samsung aber einen leichten Gewinnrückgang.

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Im Jahresvergleich schneidet Samsung bei Umsatz und Gewinn im vierten Quartal besser ab, im Gegensatz zum dritten Quartal gingen jedoch Umsatz und Gewinn zurück, wie aus dem Quartalsbericht von Samsung hervorgeht. Demnach ist der Umsatz von 66,69 Billionen Won auf 61,55 Billionen Won gesunken, der Gewinn ging von 9,36 Billionen Won auf 6,61 Billionen Won zurück. Im gesamten Jahr 2020 erwirtschaftete Samsung aber mehr als noch 2019. 236,81 Billionen Won 2020 stehen 230,4 Billionen Won 2019 gegenüber. Der Gewinn fiel 2020 mit 26,41 Billionen Won merklich höher als 2019 mit 21,74 Billionen Won aus.

Das Geschäft mit Halbleitern hält getrieben durch die Corona-Pandemie weiterhin an. Mit 18,18 Billionen Won, davon 13,52 Billionen Won für Speicherchips ist die Nachfrage weiterhin robust. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet das zwar eine Steigerung um 8 Prozent, runter ging es aber im Vergleich zum dritten Quartal um 3 Prozent. Unter dem Strich liegt die Gewinnsteigerung über das Jahr gesehen bei 4,79 Billionen Won. Die Preise für Speicherchips seien im vierten Quartal gefallen, außerdem seien Kosten für das Einrichten neuer Produktionsstätten entstanden, heißt es von Samsung.

Ordentlich zugelegt hat die Displaysparte von Samsung im vierten Quartal auf nunmehr 9,96 Billionen Won, eine Steigerung von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Davon blieben als Gewinn noch 1,75 Billionen Won übrig. Besonders im Vergleich zum dritten Quartal legte die Display-Sparte von 0,47 Billionen Won ordentlich eine Schippe drauf. Wie Samsung ausführte, habe die Nachfrage eines Großkunden sowie die allmähliche Erholung der Smartphone-Nachfrage für dieses gute Ergebnis gesorgt.

Im mobilen Bereich musste Samsung beim Umsatz einen Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal hinnehmen. 21,46 Billionen Won Umsatz erwirtschaftete Samsung in Q4, in Q3 lag der Umsatz noch bei 29,81 Billionen Won. Samsung führt dies auf einen intensiven Konkurrenzkampf am Jahresende zurück, Kosten für Marketing hätten zudem den Gewinn geschmälert. Für das gesamte Jahr lag der Umsatz mit 96,02 Billionen Won gegenüber 2019 mit 102,33 Billionen Won 6 Prozent niedriger.

Im Bereich Consumer Electronics musste Samsung zwar ebenfalls einen Umsatzrückgang von 6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 13,61 Billionen Won hinnehmen, allerdings legte die Sparte über das gesamte Jahr hinweg eine Umsatzsteigerung von 6 Prozent auf 48,1 Billionen Won hin. Auch der Gewinn lag mit 3,56 Billionen Won höher als 2019 mit 2,51 Billionen Won.

Samsung profitierte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2020 Pandemie-bedingt von der hohen Nachfrage nach Speicherchips, Unterhaltungselektronik und Displays. Im mobilen Bereich lief es dagegen weniger gut. Das soll 2021 wieder besser werden. Dabei setzt der Konzern auf die Mitte Januar erschienene Linie der Samsung Galaxy S21. Auch die Nachfrage nach 5G-Smartphones im Massenmarkt soll in diesem Jahr ansteigen, wovon Samsung profitieren will. Um die Profitabilität zu steigern, setzt Samsung darauf, Kosten zu senken und die Effizienz zu steigern.

Auch soll die Halbleiter-Produktion ausgebaut werden. Im Gespräch sind die Standorte Hwaseong und Pyeongtaek in Südkorea und Austin in Texas, in die 10 Milliarden US-Dollar fließen könnten. Offenbar will Samsung auch sein Geschäft als Auftragsfertiger ausbauen. So wird spekuliert, dass Intel Chips von Samsung fertigen lassen könnte. Zudem plant Samsung bis 2023 bedeutende Unternehmenszukäufe. Welche das sind, ist aber noch offen. Der letzte große Zukauf war 2017 der Autozulieferer Harman für 8 Milliarden US-Dollar.

Es bleiben aber weiterhin Unsicherheiten durch die Corona-Pandemie. Deshalb fallen die Vorhersagen zum Geschäft von Samsung für 2021 zwar optimistisch, aber auch mit einer gewissen Zurückhaltung aus. Im ersten Quartal sagt Samsung einen leichten Gewinnrückgang voraus, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Auch die Inhaftierung von Samsungs De-facto-Chef Lee Jae-Yong, der wegen Bestechung zu einer zweieinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt wurde, sorgt nicht gerade für Stabilität im Konzern.

Samsungs Aktienkurs ging im Laufe des Donnerstagvormittags nach Börsenöffnung zunächst um 3,17 Prozent zurück, zog dann aber wieder an. Ein Papier ist nunmehr 1380 Euro wert.

(olb)