Sicher ist sicher
Eine kleine Unachtsamkeit oder Unbilden der Technik, und schon sind wichtige Daten verloren. Wohl dem, der dann über eine aktuelle Sicherung verfügt. Dank Internet ist ein Backup auch ohne große finanzielle Aufwendungen realisierbar.
- Michael Kuschke
- Kersten Auel
Verbesserte Varianten der Standard-Unix-Werkzeuge tar und cpio finden sich in der Softwaresammlung von GNU (ftp.germany.eu.net/pub/packages/gnu). gtar (ftp.germany.eu.net/pub/packages/gnu/tar-1.11.8.tar.gz) ist um einige nützliche Optionen erweitert. So kö:nnen mit -M sogenannte Multi-Volume-Archive erstellt werden, also Sicherungen, die über mehr als ein Medium gehen. Der Aufrufparameter -g steuert den inkrementellen Modus, mit dem sich Generationen von Sicherungen erstellen lassen. Ein Blick lohnt sich in jedem Fall.
Wer eine gefälligere Benutzerschnittstelle bevorzugt, sollte sich KBackup ansehen. "Karstens Backup System" vereint einfache Bedienung mit einer Vielzahl von Funktionen und basiert auf Werkzeugen wie tar oder afio. Das System bietet die Verwaltung von Tapes, Floppies, Wechselplatten, die Steuerung unterschiedlicher Kompressionsverfahren sowie Verschlüsselung - alles erreichbar über ein grafisches Menüsystem. Durch die Verwendung von Standardtools ist KBackup hochgradig portabel. Nähere Informationen finden sich auf der Homepage des Autors (www.uni-karlsruhe.de/~Karsten.Ballueder). KBackup (ftp.rz.uni-karlsruhe.de/pub/linux/local/soft/ KBackup-1.2.7.tar.gz) selbst gibt es in vielen Linux-Archiven oder auf dem FTP-Server der Uni Karlsruhe (ftp.rz.uni-karlsruhe.de/pub/linux/local/soft).
Geht es um die Unterstützung von preiswerten Sicherungsmedien, sind Floppystreamer unterschiedlicher Art häufig unter Linux anzutreffen. Zugriff auf diese Sicherungsmedien erlauben die Kernelmodule ftape und zftape. Ersteres (derzeitige Version 2.09) ist die erprobte ursprüngliche Variante. In letzter Zeit hat Claus-Justus Heine (RWTH-Aachen) den Treiber weiterentwickelt und ihn in zftape umgetauft. Die Version 1.05 bietet Erweiterungen auf dem Sektor der Komprimierung und mehr. Beide Varianten sind in den Linux-Archiven von SunSITE und dessen Spiegeln hinterlegt.
Auf Bandlaufwerke ist auch das Programmpaket taper zugeschnitten. Die Auswahl der zu sichernden Dateien - inkrementelles und vollständiges Backup sind möglich - erfolgt über eine benutzerfreundliche Oberfläche. Da taper die Informationen über die gesicherten Inhalte auf der Platte hinterlegt, kann der Anwender Dateien auswählen und suchen, ohne auf die entsprechenden Bänder zuzugreifen. Unterstützt werden SCSI-Geräte einschließlich Wechselplatten und für Floppystreamer ftape und zftape. IDE-Bandlaufwerke befinden sich derzeit im Test. Fast alle größeren Linux-Archive beinhalten die Software. Auf SunSITE beispielsweise ist taper-6.7.3.tar.gz (ftp://sunsite.unc.edu/pub/Linux/system/Backup/taper-6.7.3.tar.gz) unter Backup einsortiert.
Die Übersetzung der Quellen verlangt ncurses ab Version 1.9.6 inklusive der forms-Bibliothek. ncurses ist eine freie Implementierung der gegenüber BSD stark erweiterten curses-Bibliothek von SVR4 zur Ansteuerung unterschiedlichster Terminals. Die Jeweils aktuelle Versionen gibt es bei Netcom (ftp.netcom.com/pub/zm/zmbenhal/ncurses/ncurses-1.9.9e.tar.gz) oder in der GNU-Distribution am MIT.
Retten, was zu retten ist
Im bedauerlichen Fall, daß auch die sorgsam durchgeführte Sicherung nicht mehr vollständig lesbar ist, hilft die Werkzeugsammlung tarfix -- sofern die Sicherung per tar erfolgt ist. fixtar beispielsweise ermöglicht das Entfernen absoluter Pfade, die Bearbeitung fehlerhafter Archive erlaubt tar_aids. Auch dieses Paket findet sich in größeren Linux-Archiven (ftp://sunsite.unc.edu/pub/Linux/system/Backup/tarfix-1.0.tar.gz).
Netzweites Backup auf einem zentralen Sicherungsserver geht Amanda an. Mit Hilfe des "Advanced Maryland Automatic Network Disk Archiver" werden an der Universität von Maryland über 70**GByte Daten von mehr als 146**Workstations auf einem zentralen Sicherungssystem über ein EXABYTE-Laufwerk gesichert. Amanda läuft auf einer Vielzahl von Unix-Varianten. Zu den Features zählen unter anderem ein schnelles Backup ganzer Clustersysteme, Bandverwaltung, generische Unterstützung für Bandwechsler, Kerberos Sicherheitsmechanismen und komprimierbare sowie parallele Backups über einen speziellen Plattenbereich. Die jeweils letzte Release hat ihr "Heim" bei der Universität von Maryland. Aktuell ist Version 2.3.0 (ftp.cs.umd.edu/pub/amanda/amanda-2.3.0.tar.gz).
Sollen auch die in vielen Unix-Netzwerken vorhandenen PCs von der Sicherungsinfrastruktur eines Unix-Servers profitieren, bietet sich smbtar an. Diese Komponente des frei verfügbaren Netzwerkdateisystems Samba ist eine Symbiose des Unix-seitigen LanManager-Client und des tar-Kommandos. Von PCs exportierte Partitionen können so auf Unix-Geräten wie Platten, Bändern, Disketten oder was auch immer gesichert werden. Als Bestandteil der aktuellen Samba-Distribution (ftp://nimbus.anu.edu.au/pub/tridge/samba) gibt es smbtar (ftp://nimbus.anu.edu.au/pub/tridge/samba/samba-latest.tar.gz) derzeit in Version 1.9.16p2 - auch auf dem deutschen Mirror (ftp.uni-trier.de/pub/unix/network/samba/). Die WWW-Alternative kommt aus Australien vom Cooperative Research Centre for Freshwater Ecology (http://lake.canberra.edu.au/pub/samba/). (ka)