Oh je, Du fröhliche

Ziellose Hektik in vorweihnachtlichen Einkaufszonen läßt sich umgehen. Wenn diese Zeilen in die Kioske kommen, sind es immerhin noch gut 30 Einkaufstage bis zum Fest. Und wenn man das Internet in vorweihnachtliche Bemühungen einbezieht, zählt man gar 35.

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Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Torsten Beyer
  • Kersten Auel
Inhaltsverzeichnis

Wie jedes Jahr bricht die Weihnachtszeit vollkommen unvorangemeldet über eine verdutzt dreinschauende Menschheit herein. Und wie jedes Jahr wird auch dieses Mal proportional zur abnehmenden Zahl der verbleibenden Einkaufstage bis zur schönen Bescherung die Zahl der Menschen exponentiell anwachsen, die hektischen Blicks bis wenige Minuten nach Ladenschluß die Fußgängerzonen der Republik durchstreifen.

Das muß natürlich nicht so sein. Wie heißt es so schön in einem britischen Reiseführer: 'forewarned is forearmed'. Die unzähligen Shopping-Möglichkeiten des Internet sind hier schon so häufig Thema gewesen, daß weihnachtsspezifische Netzangebote nicht weiter überraschen sollten.

Zur Erzeugung einer gediegenen Weihnachtsstimmung bedarf es, das ist seit alters her bekannt, einer multimedialen Erlebniswelt. Die Zutaten sind: dunkle Tage, grauer Himmel, kalter Wind mit etwas Regen drin, der Geruch von Glühwein, Keksen, Stollen und dergleichen mehr. Das Ganze eingelullt in vorweihnachtliche Gesänge, angereichert um Geschichten und Gedichte. Weitere Gesänge präsentiert http://www.christmas.com/html/music.html.

Wer sich zu Weihnachten im Ausland aufhält, tut gut daran, sich über die lokalen Bräuche zu informieren. Ein vollständiges Kompendium über den Weihnachtswahn anderer Völker findet sich hier.

Unzweifelhaft das neben den Geschenken wichtigste weihnachtliche Designelement ist die Nahrung beziehungsweise die übermäßige Aufnahme derselben. Lebkuchenfreunde finden eine genaue Anleitung (www.br-online.de/bayern/musik/rezepte/kochbuch/bamberge.htm) zur Herstellung der süßen Kuchen. Leser im Wahlalter können dasselbe Rezept auch mit Rum (www.br-online.de/bayern/musik/rezepte/kochbuch/rum-lebk.htm) ausprobieren.

Das klassische deutsche Weihnachtsgebäck ist ja wohl der Zimtstern. Wenn man auf diese steinharten Kekse mit weißem Zuckerguß beißt, kann man allerdings nie genau sagen, ob das Knacken vom Keks oder vom Zahn kam. Ein Rezept für diesen zahnärztlichen Benchmark gibt es unter jerusalem.windows-nt.uni-karlsruhe.de/members/frank/rezepte/R000043.html.

Ein ähnlich widerspenstiges Gebäck haben die Aachener erfunden. Dort ißt man zu Weihnachten Printen (www.unix-ag.uni-kl.de/~mdenn/bin/rezept?6972), die genauso hart, aber viel größer sind als Zimtsterne.

Fast schon ein bißchen spät ist es für das Backen des Christstollens (www.unix-ag.uni-kl.de/~mdenn/bin/rezept?2959189), denn eigentlich sollen die Dinger ja eine Weile herumliegen, damit sie besonders gut schmecken. Wer es dennoch (vielleicht in weiser Voraussicht schon fürs nächste Jahr) versuchen will, findet eine passende Anleitung.

Als klassisches Gericht für die Weihnachtstage gilt hierzulande die Gans. Wer noch nie eine geschmort hat, wird sich über die enorme Größe eines solchen Vogels wundern und feststellen, daß er einen größeren Herd braucht. Für die, die diese Hürden bereits genommen haben, kommt hier ein Rezept (www.br-online.de/bayern/musik/rezepte/kochbuch/rezp1109.htm) für die schmackhafte Zubereitung des weißen Vogels.

Im winterlichen Deutschland ist es überwiegend ungemütlich, wenn man sich unter freiem Himmel aufhält. Glücklicherweise hat die deutsche Küche jedoch in Jahrhunderten evolutionärer Entwicklung unterschiedlich stark wirkende Gegenmaßnahmen entwickelt. Da wäre zum einen der Glühwein, der, wenn man ihn selber macht, deutlich schmackhafter ist als die Brühe, die im vorweihnachtlichen Fußgängerzonengetümmel als solcher feilgeboten wird. Aber Vorsicht: das Zeug wirkt und hat viele Kalorien.

Für Wetter- oder Gemütszustände, in denen ein einfacher Glühwein nicht mehr wirkt, hält die deutsche Küche die ultimative Waffe bereit: die Feuerzangenbowle (www.fachschaften.uni-bielefeld.de/physik/fachschaft/leute/kathrin/feuerzangenbowle.html). Spätestens seit dem Erscheinen des gleichnamigen Films (mit einem 'f') ist das Getränk weitflächig bekannt. Weniger bekannt ist, wie man es zubereitet. Auch hier ist erhebliche Vorsicht ob der tückischen Wirkungsweise des Getränks geboten, das sich von unten nach oben im Körper breitmacht - man kann erst nicht mehr laufen, bevor man anfängt, Unsinn zu erzählen.

Zentraler Ort zum Plazieren der weihnachtlichen Gaben ist bei uns zweifelsohne der Weihnachtsbaum. Welch Gewinn im Vergleich zu den armseligen Socken anderer Kulturkreise. Wer sich keine Tanne leisten kann, zu wenig Platz hat oder ständig einen Baum vor Augen haben will, der findet einen virtuellen Christbaum. Der hat zudem den Vorteil, nicht zu nadeln.

Immer seltener erwirbt der großstädtisch lebende Mensch dieses wichtige Utensil auf traditionelle Weise. Wer hat schon eine Tannenschonung in unmittelbarer Nähe, aus der Mann in dichtem Schneetreiben unter Aufbietung aller patriarchalischen Qualitäten den heimischen Weihnachtsschmuck den Fängen der Natur entreißen kann? Dennoch muß man sich nicht mit dem armseligen Gestrüpp sauerländischer fliegender Tannenbaumvertreter begnügen. Online-Bestellungen bearbeitet www.bbbnet.org/ppbbb/cat/Ccat/CHRISTMAS_TREE_SALES.html.

Wer ganz sichergehen will, beim Kauf, der Pflege und anschlieĂźender Entsorgung des Christbaums nichts falsch zu machen, kann im kleinen Knigge zum Thema nachlesen, wie man's macht.

Spätestens am heiligen Abend, so ab 17 Uhr, werden Eltern neugieriger Kleinkinder in der Regel mit der Frage konfrontiert, ob es ihn nun gibt, oder nicht, den Weihnachtsmann. Die Meinungen darüber differieren, wenngleich beide Seiten meist wenig mehr als puren Glauben in die Diskussion werfen können. Eine Untersuchung untermauert diese Frage wissenschaftlich.

Um es vorwegzunehmen, die Antwort ist: es gibt ihn nicht. Diesem traurigen SchluĂź stellt rphc1.physik.uni-regensburg.de/~hat04325/niko.html allerdings Bilder gegenĂĽber, die mindestens darauf hindeuten, daĂź er mal real existiert haben muĂź. Und dann ist da schlieĂźlich immer noch die Webseite vom Weihnachtsmann.

Wer jetzt immer noch nicht darauf vertrauen mag, daß der rotgewandete Gesell rechtzeitig mit den richtigen Geschenken zum Fest auftaucht, soll-te sich besser darauf vorbereiten, selbst als Weihnachtsmannvertreter unterm Baum zu stehen. Umweltbewußte können sich dafür ein paar passende Geschenkideen (www.umwelt.de/xmas96/kauftips.htm) abholen. (ka)