In 8 Tagen um die Welt

Schon bemerkt? Der Frühling naht, und mit ihm meldet sich die Reiselust. Auch wer erst später im Jahr von Frühbucher-, Last-Quarter-, Kindersommersonnenfestpreisangeboten und dergleichen profitieren will, muß früh loslegen mit der Planung.

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Lesezeit: 4 Min.
Von
  • Torsten Beyer
  • Kersten Auel

Reiseressourcen im Netz sind das heutige Thema. Vorab jedoch noch ein paar allerletzte Worte zum Roboterartikel. Der hat mehr Wogen aufgewirbelt, als ich zu hoffen wagte. Viele, die sich im Verbreitungsgebiet der iX mit Robotern beschäftigen, sind aus ihren Verstecken gekommen. Dank an alle, die mir widersprochen haben. Ich verspreche zeitnah und hochheilig, eine weitere Internet-Kolumne ausschließlich über diese Aktivitäten zu verfassen.

Jetzt aber zu denen, die privat oder von Berufs wegen den heimatlichen Herd verlassen wollen oder müssen. Manch einer erleidet gar regelmäßig die Pein, sich über die Oberfläche dieses Planeten zeitverschieben zu lassen. Speziell für diese Clientel bietet es sich an, die Reisen online zu buchen. Das macht sich nicht nur gut, sondern bringt bisweilen sogar Vorteile und ist in jedem Fall auch nach 19 Uhr noch zu bewerkstelligen, wenn einem plötzlich einfällt, daß man ja übermorgen nach sonstwo muß, das Sekretariat aber schon seit Stunden unbesetzt ist.

Auch diese Vielgereisten benutzen hin und wieder die gute alte Bahn. Leider haben die furchtbare Katastrophe von Eschede und vor allem die sich in der Folge eingeschlichenen Verspätungsketten gewaltig am Image der Bahn gekratzt - und das, nachdem sie gerade den Weg zum respektierten High-Tech-Unternehmen eingeschlagen hatte. Nichtsdestotrotz, ich bin immer wieder positiv überrascht von der Fahrplanauskunft und der Möglichkeit, online Fahrscheine zu bestellen. Ein guter Service der Bahn, den auf technischer Seite wahrscheinlich wieder einmal wenige Enthusiasten aufrechterhalten. Gut gemacht, Leute. Für den Anschluß an andere Öffis sorgt die elektronische Fahrplanauskunft EFA.

Am Zielort angekommen, braucht man in der Regel ein Hotel. Dafür bieten unzählige Reservierungsservices ihre Dienste an. Einer meiner Favoriten ist HRS. Drückt man auf den ‘Suchen’-Knopf, kann man einstellen, welche Art Unterkunft es ein soll und zu welchem Maximalpreis. Nach kurzer Zeit erscheint eine meist längliche Liste von Hotels. Was ich bis heute nicht begriffen habe, ist, warum die Einstiegsseite zunächst mal Java lädt. Das dauert und irgendwelche Java-Gimmicks sind nicht zu entdecken.

Wem die Bahn zu lahm oder zu unmodisch ist, braucht vermutlich ein Flugzeug - genauer gesagt, das Anrecht auf diese Transportart. Meine Favoriten bei Flugbuchungen sind Traxx (seit neuestem auf der Focusseite beheimatet) und die Flugbörse. Beide finden im allgemeinen sämtliche Billig- und Linienflüge und können auch Reservierungen vornehmen. Traxx bietet darüber hinaus eine Unzahl von Pauschalreisen an.

Wer einem reinen Online-Braten nicht traut, ist mit der Flugbörse besser bedient. Dies ist ein Franchise-System, dem sich das Reisebüro an der Ecke anschließen kann. Vor die Fluganfrage hat Flugbörse mithin die Auswahl des Reisebüros gestellt, das das Ticket ausstellen soll und zur Verantwortung gezogen wird, falls die Buchung in die Hose geht. Nach meiner Erfahrung ist Flugbörse weniger gut im Finden der extrem billigen Tarife als Traxx. Die Stärke dieses Anbieters zeigt sich statt dessen bei der Planung von Flugrouten (also mit Umsteigen). Generelle Hilfe für Routen- und Reiseplanung gibt es übrigens auch. Natürlich sind auch die größeren Fluggesellschaften online vertreten. Eine Aufzählung erspare ich mir hier.

Für alle, die lieber selbst das Steuer in die Hand nehmen, offerieren die gängigen Agenturen (etwa Sixt, Europcar, Avis) auch Mietautos online. Allerdings kann man nach meiner persönlichen Erfahrung durch direktes Schachern zwischen Kunde und Vermieter die besseren Tarife bekommen (beispielsweise 138,- versus 278,- für einen Ford Galaxy am 24. 12.).

Den Pauschaltouristen empfiehlt sich natürlich der Weg zu den großen Anbietern, die alle unter kanonischem Namen im Web sind. Optisch auf den ersten Eindruck nett gemacht ist die TUI-Seite. Bei der Benutzung zeigt sich jedoch schnell, daß der permanente Neuaufbau der Hotelauswahlseite (nach jeder einschränkenden Eingabe) eher störend, weil lahm, ist. Nach dem Studium einer Unzahl von Last-Minute- und Pauschalangeboten im Web, erscheint der Status dieser Angebote genauso wie die vielen Kataloge zum Thema: hochgradig undurchsichtig und wenig vergleichbar. Am Ende ist das gute alte Reisebüro - mit Verkäufern, die die Anlagen kennen, die sie verkaufen - anscheinend immer noch der beste Weg. (ka)