Siemens will Handygeschäft wieder auf Vordermann bringen

Der Siemens-Konzern will im Handygeschäft wieder ganz vorne mitmischen und glaubt, schneller als der Markt wachsen zu können.

vorlesen Druckansicht 149 Kommentare lesen
Lesezeit: 2 Min.
Von
  • Murat Ă–zkilic

Siemens will nach den herben Verlusten des vergangenen Jahres im Handygeschäft jetzt verlorene Marktanteile wieder zurück gewinnen. "Wir werden versuchen, stärker zu wachsen als der Markt", sagte Siemens-Vorstand Rudi Lamprecht in einem Interview mit dem Handelsblatt. Die gebeutelte Branche werde im laufenden Jahr den weltweiten Absatz um bis zu zehn Prozent steigern. Siemens hatte im vergangenen Jahr knapp 30 Millionen Mobilfunkgeräte verkauft und im harten Wettbewerb teilweise deutlich Marktanteile verloren. So war das Unternehmen zeitweise auf den fünften Platz hinter Nokia, Motorola, Sony-Ericsson und Samsung gerutscht.

Lamprecht deutete an, dass Siemens im Handygeschäft erst einmal ohne Partner auskommen will. "Wir sind der Meinung, dass wir auch alleine überleben können", sagte der Chef des Mobilfunk-Sparte ICM. Ziel des Konzerns sei es, das Geschäft unter der Marke Siemens weiterzuentwickeln. Zeitweilig hatte es Vermutungen gegeben, Siemens werde sich mit Motorola oder Toshiba verbünden.

Auch bei der Entwicklung von Handys für die neue Mobilfunkgeneration UMTS sieht Siemens keinen akuten Handlungsbedarf für engere Kooperationen. Im Dezember hatte das Unternehmen die Verhandlungen mit Toshiba über eine UMTS-Entwicklungspartnerschaft auf Eis gelegt. "Es gibt keine Notwendigkeit, unbedingt Ersatz für Toshiba zu finden", sagte Lamprecht. Bis Ende 2002 könne der Konzern aus eigener Kraft UMTS-Geräte auf den Markt bringen.

Im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2001/02 war die Mobilfunk-Sparte ICM knapp in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt, lag beim Gewinn jedoch deutlich hinter Marktführer Nokia. Vor Steuern, Zinsen und Firmenwertabschreibungen betrug der Gewinn 37 Millionen Euro. Der Handy-Absatz stieg verglichen mit dem Vorquartal wegen des Weihnachtsgeschäfts von 6,4 auf 9 Millionen Stück. Damit lag der Konzern leicht unter dem Vorjahresniveau. (mur)