Wech damit

Weihnachten ist vorbei, und alle hocken wieder ohne Tannenbaum und Plätzchen in den kahl gewordenen Wohnzimmern. Wie immer hat der Weihnachtsmann viel zu viel gebracht - und blödes Zeugs meist obendrein. Was tun mit dem Schund? Wegwerfen ist die Devise.

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Lesezeit: 6 Min.
Von
  • Torsten Beyer
  • Kersten Auel
Inhaltsverzeichnis

In Schränken, Nischen und Kellern - überall sind sie zu finden: Wohlgemeinte Geschenke, die man lieber nicht erhalten hätte. Aber was tun damit? Kann man denn Tante Hildchens Häkeldecke wirklich einfach so mir nichts, dir nichts in die Tonne hauen? Man kann, andere tun es ja auch. iX, das Fachmagazin für effektive Besitztumsverkleinerung, hat sich diesbezüglich im Netz umgesehen.

Da gibt es zunächst Alles-und-Umsonst. Das ist sozusagen die verzweifelte Variante von Ebay und Konsorten. Fein säuberlich sortiert nach Bundesland listet alles-und-umsonst aktuelle Angebote zum Verschenken auf und bietet Weihnachtsopfern einen eleganten Weg, den Kram schnell wieder loszuwerden. Für diejenigen, die in Bremen und ‘umzu’ oder in Hamburg-Ottensen wohnen, bietet sich über eine ziemlich uninspirierte Webseite als Alternative der Umsonstladen an. Der macht dasselbe - wenn auch leider nicht online.

Wer bei solchem Tun ein schlechtes Gewissen bekommt, findet (hoffentlich) Trost und Unterstützung bei der Frauenfinanzseite.

Auch Männer dürfen da reinsehen (hat jedenfalls bei mir geklappt). Dort steht Schwarz auf Creme, dass die Jugend nur noch Auspacken, Spielen und Wegwerfen will. Hintergrund ist zwar ein Bericht über die Einstellung des Jugendheftes Yps (erinnern Sie sich an die getrockneten Krebse und all das?), aber die dazu gereichte Erklärung rechtfertigt definitiv auch eine Wegwerfwelle für den ganzen Weihnachtsplunder.

Außerdem werden für das nächste Weihnachtsfest schon Geschenke erwartet, die qua Design zum einmaligen Gebrauch bestimmt sind: Handys zum Wegwerfen. Warum auch nicht? Wenn eh der meiste Kram in die Tonne wandert, kann man das Ganze ja auch zum System machen. Unter Handys zum Wegwerfen kann man nachlesen, dass derartiger Schwachsinn sogar patentierbar ist.

Zu Weihnachten Tapetenkleister bekommen? Das ist uns allen ja schon mal so gegangen. Und nun steht man vor der bangen Frage: weg damit oder aufbewahren? Unser Tipp: aufbewahren. Unter Heiss & Fettig steht (ziemlich in der Mitte), wie man aus altem Tapetenkleister Flummys für die Nachbarskinder (!) basteln kann. Außerdem finden sich dort noch andere sinnvolle Tipps. Zum Beispiel, wie Ehefrauen für ihre Ehemänner eine Voliere bauen können (unter Umständen nach deren illegalem Studium der Frauenfinanzseite).

Die Unglücklichen unter den Lesern, die zu Weihnachten eine CD-ROM bekommen haben, sollten kritisch prüfen, ob Wegwerfen nicht in jedem Fall die bessere Alternative zum Aufbewahren ist. Klare Richtlinien zu dem Thema bietet das Jungjäger-Forum (http://www.f23.parsimony.net/forum47051/messages/39.htm).

Fein raus ist, wer sich diese CD-ROM - oder andere Medienprodukte - vom Weihnachtsmann gar nicht gewünscht hat. Der hat neuerdings das Recht, sie sofort wegzuschmeißen. Wirklich wahr! Entsprechende EU-Gesetze wurden in nationales Recht umgewandelt, und der neue A7 241a BGB regelt all dies entsprechend. Nachzulesen unter: Neue Rechtslage bei unaufgefordert erhaltenen Medien.

Allerdings, wer von tranigen Verwandten eine Sonnenfinsternisbrille zu Weihnachten geschenkt bekommen hat, sollte diese um gar keinen Preis wegwerfen. Sie halten ein Juwel in Händen! Denn 2001 gibt es in Madagaskar eine Sonnenfinsternis, und dort unten braucht man unsere Brillen. Hinweise, wie diese aus dem neblig kalten Deutschland ans andere Ende der Welt kommen, gibt es unter A-SITE. Der ernste Hintergrund ist, dass Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Welt gehört, was die Menschen allerdings sicher nicht davon abhalten wird, gen Sonne zu schauen.

Aber wie ist es mit den elektronischen Weihnachtsgeschenken, all den ganzen Nintendos, Gameboys, Playstations und so weiter? Nun, auch wenn es schwer fällt, man sollte doch auch in diesem Falle mindestens Teile dieser Geräte entsorgen. Wenigstens all die niederwertigen Komponenten können schon weg. Eine Empfehlung, primär niederwertige Bits zu entsorgen, findet man unter: Grundlagen der digitalen Bild- und Tonverarbeitung.

Wem das nicht reicht, findet dennoch Hilfe. Für diejenigen, die den falschen Computer zu Weihnachten bekommen haben oder ganz einfach den ganzen Rechner loswerden wollen, gibt es unter dem Internetnotizheft von Heinz Moor (http://homepage.swissonline.ch/moorheinz/wegwerfen.htm) entsprechenden geistigen Rückhalt.

Das Weihnachtsfest weist viele Parallelen mit dem Leben auf einer einsamen Insel auf. Menschen, die sich im normalen Berufsalltag nur zum Morgenkaffee in der Küche und zum Tatort auf der Couch treffen, müssen mehrere Tage gemeinsam im selben Gebäude verbringen. Da wird gekocht, geschlemmt, gestritten und vertragen. All dies mit dem Ziel, eine traute Weihnachtsatmosphäre aufrecht zu erhalten. Ob derartiger psychischer Belastungen kann man sich am Ende dann schon die Frage stellen: Den Partner rauswerfen oder nicht? Frauen finden die Antwort nach Durchlauf des Psychotests (http://www.partnerwinner.ch/features/ptest/psychosplash-de.asp?id=1). Männer erhalten die gleiche Antwort unter: Behalten oder rauswerfen? 10 Signale für die richtige Frau (http://www.partnerwinner.ch/features/ptest/psychosplash-de.asp?id=2).

Reicht all dies noch immer nicht, bietet 382 deutsche Aphorismen die philosophische Untermauerung für die Sinnhaftigkeit des Wegwerfens. Und dann ist da noch die Rumpelkammer - eine Seite, die illustriert, was alles passieren kann, wenn man nichts wegwirft. Witzig gemacht.

Und für all die, die für Weihnachten 2001 vorbauen wollen, steht unter Google, wie man einen effektiven Paketfilter aufsetzen kann. Wer an solchermaßen aufgesetzten Filtern vorbei dennoch Mist bekommt, findet die psychologisch richtigen Verhaltenstipps unter: Es weihnachtet sehr - Geschenke, die man nicht haben möchte. (ka)