Rekordverlust bei VA Linux

VA Linux, einstmals angetreten als Spezialist für Linux-Hardware, hat in seinem gerade abgelaufenen vierten Quartal einen Verlust von 290 Millionen US-Dollar erwirtschaftet.

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Von
  • Oliver Diedrich

VA Linux, einstmals angetreten als Spezialist für Linux-Hardware, hat in seinem gerade abgelaufenen vierten Quartal einen Verlust von 290 Millionen US-Dollar bei einem Umsatz von 16 Millionen erwirtschaftet. Der Verlust stammt vor allem aus den Kosten der im Juni in Angriff genommenen Umstrukturierung (70 Millionen US-Dollar) und von 160 Millionen US-Dollar, die in der Bilanz als "Beeinträchtigung immaterieller Werte" ausgewiesen sind. VA-Chef Larry Augustin sieht sein Unternehmen dennoch nicht in finanziellen Nöten: Man habe noch 83 Millionen Dollar in der Kasse. Für das nächste Quartal erwartet er einen Verlust von 10 bis 13 Millionen Dollar bei drei bis vier Millionen Dollar Umsatz.

Geld verdienen möchte VA Linux in Zukunft vor allem mit SourceForge, eine Software, die die verteilte Arbeit an Programmierprojekten erleichtert. Neben einer freien Version, die beispielsweise auf SourceForge.net – dem wichtigsten Hoster von Open-Source-Projekten – läuft, will man eine kommerzielle, mit proprietären Erweiterungen angereicherte SourceForge Enterprise Edition an Unternehmen verkaufen.

VA Linux sieht sich dennoch weiter dem Open-Source-Gedanken verpflichtet: Die Mischung aus freier und proprietärer Software sei ein bewährtes Business-Modell, so Augustin. In einem offenen Brief an die SourceForge.net-Benutzer betonte der VA-Chef, dass die Site weiterhin allen Open-Source-Entwicklern kostenlos zur Verfügung stehen wird: Die Site sei "die größte Referenzimplementierung der SourceForge-Software" und daher "von wesentlicher Bedeutung für VA Linux' neues Business-Modell". (odi)