Schwerelos
Konnten die Menschen im Altertum nur davon träumen, sich wie Vögel und Insekten in der Luft zu tummeln, ist das Fliegen heute eine Selbstverständlichkeit und behördlich überwacht.
- Kai König
Eine kurze Recherche zur Geschichte der Luftfahrt fördert Interessantes zutage. Eine der frühesten Erwähnungen des Traums vom Fliegen findet sich in einer Legende über den chinesischen Kaisers Shun (2258-2208 v. Chr.), in der eben dieser Kaiser lernte, wie ein Vogel zu fliegen, um aus einer Gefangenschaft zu entkommen - berichtet auf den Webseiten der Luftrettung Hamburg. Neben vielen aktuellen Informationen zur Luftrettung und deren Geschichte bietet dieses Webangebot eine aus vier Teilen bestehende Übersicht über die Geschichte des Fliegens.
Nachdem man im Mittelalter die Fähigkeit des Fliegens mit mystischen Begebenheiten assoziierte und Personen, denen diese Begabung nachgesagt wurden, oftmals auf dem Scheiterhaufen endeten, brachte die Renaissance die ersten wissenschaftlichen und methodischen Annäherungen an das Fliegen. Hier sind vor allem Leonardo da Vincis Entwürfe verschiedener Fluggeräte zu nennen, speziell der Fallschirm, die Luftschraube sowie der Gleiter.
Die ersten flugfähigen Modelle entstanden gegen Ende des achtzehnten Jahrhunderts und wurden im neunzehnten durch Fluggeräte abgelöst, die auf den Prinzipien der Aerodynamik basierten und Gleitflug ermöglichten. Pioniere dieser Epoche sind Otto Lilienthal und George Cayley. Den ersten belegbar motorisierten und gesteuerten Flug führten die Gebrüder Wright im Dezember 1903 durch und läuteten damit das Zeitalter der modernen Luftfahrt ein.
Warum heutzutage tonnenschwere Flugzeuge überhaupt abheben können, erklärt www.erklaert.de anschaulich und erläutert die Konzepte von Auftrieb, Strömung, Steuerung und Navigation von Flugzeugen. Eine weitere empfehlenswerte Sammlung von Informationen zu diesem Thema findet sich im Wissensportal des SWRs.
Im Laufe der knapp mehr als hundert Jahre seit dem ersten motorisierten und gesteuerten Flug ist die Welt der Fliegerei natürlich nicht stehen geblieben. So hat sich im Bereich der zivilen Luftfahrt neben der kommerziellen Passagier-, Fracht- oder Postbeförderung eine lebendige und aktive Gemeinschaft von Hobbyfliegern etabliert. Da auch der Luftraum immer geschäftiger und verstopfter wird, hat man die zivile Luftfahrt vielen Regelungen unterworfen.
Luftige Standards
Eine der zentralen Organisationen im Bereich der Zivilluftfahrt ist die International Civil Aviation Organization (ICAO), eine Unterorganisation der Vereinten Nationen. Eine ihrer Hauptaufgaben ist Standardisierung und Sicherheit im internationalen Flugverkehr. Dazu gehören unter anderem Fragen der Lizenzierung von Kabinenpersonal und Piloten im Rahmen der internationalen Flugabwicklung.
Daneben hat nahezu jedes Land lokale Luftfahrtbehörden, die für die praktische Umsetzung der zahlreichen internationalen Vorgaben sorgen. In Deutschland übernimmt diese Rolle das Luftfahrt-Bundesamt. Das LBA ist wiederum Teil der Joint Aviation Authorities (JAA), einem Zusammenschluss von 34 nationalen Luftfahrtbehörden in Europa. Andere bekannte Luftfahrtbehörden sind die Federal Aviation Administration (FAA) in den USA sowie die CAA in Großbritannien und vielen anderen Commonwealth-Staaten wie Australien und Neuseeland.
Um den Bogen zurück zum Traum vom Fliegen zu spannen, soll es im Weiteren darum gehen, was ein am Fliegen Interessierter tun muss, um einen der begehrten „Führerscheine fürs Flugzeug“ zu ergattern.
Portale wie Flugschule24.de oder flugschule-online,de bieten einen regional sortierten Ăśberblick ĂĽber Flugschulen in Deutschland, Ă–sterreich und der Schweiz, dabei findet man sowohl kommerzielle als auch Trainingsanbieter, die an Aero Clubs angegliedert sind.
Wer Fliegen nur als Hobby ausüben möchte, sollte sich an der sogenannten Privatpiloten-Lizenz orientieren, auch mit PPL abgekürzt. Mit dem Erwerb dieser Lizenz darf man in der Regel private Flüge durchführen, dafür allerdings kein Geld verlangen. Je nach landes- beziehungsweise *AA-spezifischen Bestimmungen ist es aber möglich, die anfallenden Kosten (Treibstoff, Flugzeugmiete et cetera) auf Piloten und Mitflieger umzulegen - frei nach dem Prinzip der Kostenbeteiligung.
Die etwas andere GPL
In Deutschland gibt es neben der PPL A für Flugzeuge die Lizenztypen PPL H und PPL D für Hubschrauber und Ballon. Segelflieger (GPL) und Piloten von Ultraleichtfliegern (SPL) haben ebenfalls ihre eigenen Lizenzen und Ausbildungsprogramme. Wer die Fliegerei kommerziell betreiben möchte, oder gar den Berufswunsch Flugzeugführer bei einer der großen Passagier-Airlines hat, muss deutlich höhere Hürden in Form der Commercial Pilot License (CPL) oder Airline Transport Pilot License (ATPL) meistern. Einen ausführlichen und für Einsteiger in die Materie geeigneten Überblick über die verschiedenen Lizenztypen sowie Trainingsinhalte und Kosten bietet die Webseite des Air Alliance Flight Centers am Airport Siegerland.
Hat man endlich die begehrte Lizenz, eine Maschine gechartert und diese in der Luft, gilt es, das Flugziel zu bestimmen - in der Realität sollte der Pilot diese Frage natürlich bereits im Rahmen der Flugplanung am Boden beantwortet haben. Dazu bedarf es Kenntnissen in Navigation, dem Lesen und Verstehen von Flugkarten sowie der Fähigkeit, per Funk mit Tower, Bodenkontrolle und Luftraumüberwachung zu kommunizieren. Einen Eindruck in die komplexe Materie von Flugkarten bietet die Seite Airports.de, die freie Übersichtskarten mit Runway-Layouts und Circuit-Mustern bereitstellt.
Ein beispielhafter, genauerer Blick auf den Flugplatz Ober-Mörlen (ein kleines Dörfchen in Mittelhessen und der Geburtsort des Autors) mit der internationalen Airport-Kennung EDFP liefert detaillierte Informationen zu Dimension, Ausrichtung und Beschaffenheit der Landebahn sowie eine Übersichtskarte des Circuit-Musters (oftmals mit dem Begriff „Platzrunde“ beschrieben). Schaut man sich ein wenig mehr auf airport.de um, fallen die im Vergleich zu EDFP geschäftig wirkenden Karten internationaler Flughäfen wie Frankfurt oder Düsseldorf ins Auge. Alle Karten auf dieser Seite sind jedoch als grobe Orientierung zu verstehen und nicht für die aktuelle Anflugnavigation geeignet, hierfür sollten Piloten immer die aktuelle Version des offiziellen Kartenmaterials zur Verfügung haben.
Eine etwas andere Art, das Fliegen zu erlernen, bietet das Gymnasium Laucha in Sachsen-Anhalt. Diese Schule hat einen Schwerpunkt auf Luftsport sowie Luft- und Raumfahrt, und Schüler können dort das schuleigene Segelflugzeug nutzen, in verschiedenen AGs mitarbeiten sowie neben dem Unterricht eine Privatpilotenlizenz erwerben. Theorie und Praxis des Luftsports und des Fliegens sind in Wahlpflichtkurse in den Jahrgangsstufen 7 bis 12 in den Unterricht eingebunden. (ka)